Köln | Gleich zwei Geburtstage in einer Woche bei Roncalli. Gestern feierte der Circus Roncalli 45-jähriges Bestehen und morgen Bernhard Paul 74. Geburtstag. Ausgerechnet im zweiten Corona-Jahr und damit wieder ohne Zirkuszelt auf dem Kölner Neumarkt.

In Bonn ging es auf der Hofgartenwiese mit dem Circus Roncalli los

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Es war der 18. Mai 1976 als der Circus Roncalli auf der Hofgartenwiese in Bonn, damals noch Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, seine Uraufführung feierte. 1976 ist das Jahr in dem Helmut Schmidt bei der Bundestagswahl sein Amt verteidigen kann. Mao Tsetung und Ulrike Meinhof sterben. Jimmy Carter wird US-Präsident, das Europäische Parlament wird beschlossen und Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert. In diesem Jahr also startete Roncalli, der Circus, dem es gelang eine Renaissance der Artisten in der Manege zu begründen. Bernhard Paul war es, der als erster komplett auf Tiere in der Manege verzichtete und setzt auf einen Circus ohne Plastik. Die Stationen des Circus Roncalli sind international: Neben dem festen Platz Neumarkt in Köln zog der Circus Roncalli, der seine Basis in Köln-Mülheim hat, nach München, Berlin, Wien, Sevilla, Kopenhagen oder Moskau. Paul setzt mit seinem Konzept auf die Bipolarität von Nostalgie, der Erinnerung an das Vergangene und den Blick auf Innovation und Moderne.

Bernhard Paul wird 74

In dieser Woche wird der Impressario Bernhard Paul 74. Geburtstag und er wird ihn in Köln im Kreis seiner Familie feiern, so ein Circus-Sprecher. Paul wird schriftlich zitiert: „Einem Künstler bricht es das Herz wenn er nicht auf der Bühne beziehungsweise in der Manege stehen darf. Das 45. Jubiläum ohne Applaus und Publikum zu feiern war ein Mischung aus Stolz und Wehmut. Leider wissen wir aufgrund der anhaltende Pandemie noch nicht wann wir wieder auftreten können. Ich wünsche mir zum Geburtstag für uns alle Gesundheit und dass wir bald wieder viel gemeinsam träumen, lachen und staunen dürfen.“

Paul stammt aus einer österreichischen Künstlerfamilie und seine Wurzeln reichen bis Johann Weyl, der Librettist von Johann Strauss war. In der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt studiert er und ist bis heute mit seinen Freunden Manfred Deix, Josef Bramer und Gottfried Helnwein befreundet. Art Director der Zeitschrift „Profil“ und einer internationalen Werbeagentur bis er 1975 den Circus Roncalli gründet. Bis heute ist er alleiniger Inhaber.

Seit damals erfreut Paul die Menschheit mit seinen kreativen Ideen und seiner Poesie. Die Liste seiner Ehrungen ist eine DIN-A4-Seite lang, vom Bundesverdienstkreuz, dem großen Verdienstorden des Landes NRW bis zur ErnstRenz-Medaille. Zudem ist Bernhard Paul leidenschaftlicher Sammler mit einer faszinieren Sammlung zu Circus, Varieté, Plakaten, Alltagskultur, Kutschen, Verkaufswagen oder Kostümen.

Neben dem Circus-Roncalli-Programm sei erinnert an viele Veranstaltungen wie die „Höhner Rock´n Roncalli-Show, „Panem et Circenses“ oder die Opern-Inszenierung von Mozarts „Die Zauberflöte“ gemeinsam mit George Tabori´.

Die Circus Roncalli-Programme seit 1976

• 1976,“GrößtePoesiedesUniversums“(A.Heller- B.Paul)
• ab1980,“ReisezumRegenbogen“(B.Paul)
• ab 1993, „Commedia dell’Arte“
• 1996, “Jubiläumsprogramm 20 Jahre Circus Roncalli,
Die Legende lebt !“
• ab 1998 „Salto vitale“
• 2001 “Jubiläumsprogramm 25 Jahre“
• ab 2003 „Teatro paradiso!“
• 2005 “Zwischen Gestern und Morgen!“
• 2006 “30 Jahre Jubiläumstournee“
• ab 2008 “All you need is laugh!“
• 2011 „35 Jahre Circus Roncalli“
• 2012 „Time is Honey“
• 2014 “GoodTimes“
• 2016 “40 Jahre – Reise zum Regenbogen“
• 2018 “Storyteller – Gestern, Heute, Morgen”

Autor: red
Foto: Das Pressefoto des Circus Roncalli zeigt Bernhard Paul. | Foto: Circus Roncalli

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