“Die Realität des Lebens“ – komplexe Familienstrukturen, der Migrationshintergrund Deutschlands und die eigene Identitätsfindung, die immer mehr Jugendlichen überall auf der Welt Probleme bereitet – Das alles thematisiert laut der Produzentin Sabine De Mardt der neue Film von Bettina Blümer. Angelehnt ist der Film an ein gleichnamiges Romandebüt von Alina Bronsky. Schon während des Lesens hat der Roman Blümer so faszniniert, dass sie sich ausmalte, wie sie den Film dazu drehen will. "Das Buch hat einfach einen tollen Wortwitz, tolle Dialoge und vor allen Dingen beeindruckende Hauptfiguren", so Blümer. Die Protagonistin des Films ist mit Newcomerin Jasna Fritzi Bauer (Kinodebüt mit „Ein Tick anders“) in der Rolle der Sascha besetzt. An ihrer Seite spielt mit Ulrich Noethen (u.a. zu sehen in „Mein Führer“, „Ein fliehendes Pferd“, „Comedian Harmonists“) einer der anerkanntesten deutschen Charakterdarsteller an ihrer Seite. Er verkörpert dabei die Rolle des Redakteurs Volker. „Die Sprache des Drehbuches sowie des Romans ist eine außergewöhnliche. Sie trifft immer direkt auf den Punkt und verblümt absolut nichts. Somit erhält die Geschichte ihren ganz eigenen und einzigen Ton, der das ganze sehr interessant macht", sagte Noethen heute. Desweiteren sind Jungstar Vladimir Burlakov (Deutscher Fernsehpreis für „Im Angesicht des Verbrechens“, Bayrischer Fernsehpreis für „Marco W.“) sowie der bereits mit einer Goldenen Kamera ausgezeichnete Max Hegewald zu sehen.

„Scherbenpark“ in Köln-Porz
Momentan dreht das Team in Köln Porz. Allerdings soll dabei ganz bewusst darauf geachtet werden, dass der Ort als solches nicht zu identifizieren sei. Schließlich, so De Mard, solle nicht Köln sondern der Inhalt des Films im Vordergrund stehen. Zur Verfügung steht ihr dabei ein Gesamtetat von 1,1 Millionen Euro – und damit deutlich weniger als ein "normaler Fernsehspielfilm", sagte die Produzentin. Dafür sei die Drehdauer mit insgesamt 28 Drehtagen jedoch eine wesentlich längere, so De Mardt weiter. „Wenn man mal zwei Wochen am Stück jeden Tag, manchmal sogar bis zu 10 Stunden am Set verbrach hat, merkt man erst mal wie anstrengend eine Hauptrolle sein kann, da bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Sachen. Manchmal ist man abends einfach nur froh im Bett zu liegen. Aber man hat es sich ja ausgesucht und für diese Zeit möchte man es dann vielleicht auch nicht anders haben“, so Hauptdarstellerin Jasna Fritzi Bauer. In fünf Tagen sollen die Dreharbeiten abgeschlossen sein. Die Kinobesucher müssen sich allerdings noch bis zum nächsten Jahr gedulden. Denn ein genauer Erscheinungstermin des Films steht noch nicht fest.

Zum Film
Die siebzehnjährige Sascha (Jasna Fritzi Bauer) lebt im perspektivlosen Hochhaus-Ghetto „Scherbenpark“. Doch Sascha hat ein klares Ziel: sie will Vladim, den Mörder ihrer Mutter töten. Dies gestaltet sich allerdings schwierig, denn Vladim sitzt im Gefängnis. Er wurde offiziell verurteilt, doch Sascha will ihre ganz persönliche Rache. Sascha ist eine junge Frau mit Migrationshintergrund, hat einen messerscharfen Verstand und ein freches Mundwerk. Sie hat ihre ganz eigenen Methoden, um sich zwischen randalierenden Jugendlichen, heiratswilligen Mädchen und anderen Halbstarken durchzusetzen. Als ein rührseliger Zeitungsartikel über ihren Stiefvater Vladim veröffentlicht wird, in dem er als gutes Vorbild der erfolgreichen Integration dargestellt wird, nimmt sie sich den verantwortlichen Redakteur Volker (Ulrich Noethen) vor. Mit dessen respektvoller Entschuldigung sie allerdings nicht gerechnet hatte. Volker kümmert sich um Sascha und bietet ihr sogar an, bei ihm und seinem Sohn Felix (Max Hegewald) zu wohnen. Sascha kehrt dem „Scherbenpark“ den Rücken und zieht in der Mitte der Gesellschaft ein. Eine subtile Dreiecks-Liebesgeschichte entsteht und Sascha lernt die Risse in der heilen Welt des bürgerlichen Lebens kennen.

[lz]

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