Vor dem Hauptbahnhof wurde bei den Schotten groß gefeiert. Foto: Eppinger

Köln Wer am Mittwochnachmittag aus dem Kölner Hauptbahnhof kam, stand mitten in einer lautstarken und bunten XXL-Fußballsause mit unzähligen schottischen Fans. Ihre Fahnen schmückten die Domplatte und ihr mächtiger Gesang sowie einige Dudelsäcke sorgten für beste Stimmung im Schatten der großen Kathedrale. Auch der eine oder andere Fußball flog durch die Luft und brachte etwas Bewegung in die große Menge.

Auf dem Heumarkt feierten deutsche und schottische Fans fröhlich zusammen. Foto: Eppinger

Dabei wurde von den Gästen von der Insel zwar der eine oder andere Kasten Kölsch vertilgt, trotzdem blieb alles fröhlich, ausgelassen und vor allem friedlich. Dabei setzte ein großer Teil der Schotten neben dem Nationaltrikot auch auf den traditionellen Kilt, den karierten Schottenrock. Unter die zahlenmäßig klar überlegenen Mitgliedern der „Tartan Army“ mischte sich der eine oder andere Kölner oder auch Anhänger der Schweiz, gegen die die Schotten am Abend im Rheinenergie-Stadion antraten. Direkt vor dem Dom sorgten zwei Schweizer Fans für eine besondere Fusion der Kulturen. Hier wurde das Schweizer Nationaltrikot mit einem farblich passenden Schottenrock kombiniert.

Auch die Schweizer Fans zeigten sich farbenfroh. Foto: Eppinger

Gefeiert wurde natürlich auch auf dem Alter Markt und rund um die Fanzone am Heumarkt. Dort mischten sich allerdings mehr rote Trikots der Schweiz unter die Menge. Oft waren die Fans in der Außengastronomie der Brauhäuser und Restaurants auch in gemischten Formationen zu sehen. Dagegen waren die deutschen Fans vor dem Spiel gegen Ungarn noch eher selten erkennbar. Das dürfte sich aber beim näher rückenden Anstoß in der Stuttgarter Arena auch in Köln noch geändert haben.

Natürlich darf bei den Schotten auf dem Alter Markt auch der Dudelsack nicht fehlen. Foto: Eppinger

Die beiden Abendspiele wurden in der Kölner Innenstadt an verschiedenen Orten übertragen. Während das frühere Deutschlandspiel in der Fanzone auf dem Heumarkt und am Tanzbrunnen beim Public Viewing gezeigt wurde, gab es für die Schotten und Schweizer zur späten Partie eine eigene abgesperrte Zone am Konrad-Adenauer-Ufer, die erstmals am Mittwoch in Betrieb genommen wurde.

Schweizer Fans im Schottenrock. Foto: Eppinger

Die Fans aus Schottland und der Schweiz, die in Köln Tickets für das Spiel ergattern konnten, hatten jeweils eigene große Fanmärsche nach Müngersdorf geplant, wie es sie schon bei anderem EM-Spielen gab. Die Schotten hatten übrigens trotz aller Unwetterwarnungen und der geschlossenen Fanzone sowie der abgesagten kölsch-schottischen Party am Tanzbrunnen am Dienstag bereits in der Altstadt groß gefeiert.

Schottische Fahnen gab es auch als Gesichtsbemalung. Foto: Eppinger

Trauer gab es bei den Schotten um einen in einem Düsseldorfer Hotel in der Nacht zum Dienstag verstorbenen 57-jährigen Fan, der noch am vergangenen Freitag in München das Auftaktspiel seines Teams verfolgt hatte. Ihm wollten die schottischen Fans in der vierten Spielminute im Kölner Stadion einen Sonderapplaus widmen.

Schottische Fahnen an der Domplatte. Foto: Eppinger

Nach der Partie gegen die Schweiz geht die Reise für die Schotten weiter in Richtung der schwäbischen Metropole Stuttgart, wo am kommenden Sonntag das letzte Gruppenspiel gegen die Ungarn ansteht.