Kölns Stürmer Andreas Thuresson wird im letzten Moment vor dem Ingolstädter Tor gestoppt. Foto: Imago/Kliuiev

Köln | Eine Minute vor der Sirene saß keiner mehr auf seinem Sitz. Selbst die Spieler auf der Ersatzbank standen alle, um die letzten Sekunden des Herzschlagfinales zu verfolgen. Am Ende retteten die Kölner Haie sich gegen die Ingolstadt Panther in die Playoffs, der so wichtige eine Punkt für die Playoff-Qualifikation war eingetütet.

Die Spieler auf dem Eis stürmten gleich auf Torwart Justin Pogge zu und gratulierten dem Kanadier zum Spiel ohne Gegentor. Der Kanadier sorgte mit guten Paraden dafür, dass es der KEC mit einem beherzten Schlussspurt im März und April, doch noch unter die besten zehn Teams der DEL schaffte.

Kölner Haie: Landon Ferraro sorgt für die Entscheidung

Als I-Tüpfelchen sicherte Landon Ferraro nach 100 Sekunden in der Verlängerung mit seinem 16. Saisontreffer den Haien sogar den Heimsieg und belohnte das Krupp-Team für eine leidenschaftliche Vorstellung. Die Fans feierten ihre Lieblinge auf einem Ehrenrunde, aus den Boxen schallte laut „Kölle Alaaf“.

Der KEC am letzten Spieltag dem Druck standgehalten und den Angriff der Augsburger Panther abgewehrt. Denn bei einer Niederlage nach 60 Minuten wären die bayrischen Schwaben noch am KEC vorbeigezogen.

Das klappte nicht, so kommt es in der ersten Playoff-Runde bereits am Dienstag (19.30 Uhr) erneut zum Duell mit Ingolstadt. Die weiteren Begegnungen steigen dann am Donnerstag und Freitag bei den Panthern.

„Es war nicht unser bestes Spiel, aber ein sehr diszipliniertes. Wir sind einfach glücklich, dass es wir es geschafft haben. Ich glaube, was wir in den Playoffs erreichen wollen, geht nur mit den Fans zusammen“, meinte Stürmer Alexander Oblinger nach dem Einzug in die Meisterrunde, nachdem es die Kölner in den beiden Jahren davor nicht geschafft hatten.

Kölner Haie freuten sich über eine große Fanunterstützung

Erstmals seit zwei Jahren gab es keine Zuschauer-Beschränkungen mehr, dementsprechend prall gefüllt war die Lanxess-Arena im wichtigsten Heimspiel der Haie. 14.682 Fans waren da – Saisonrekord! „Die Unterstützung war großartig“, freute sich Geschäftsführer Philipp Walter.

Coach Uwe Krupp: „Ein 0:0 ist an Drama nicht zu überbieten. Aber wir haben einen Weg gefunden, den zehnten Platz zu verteidigen.“

Nach nach zwei Jahren gab es in der Lanxess-Arena keine Zuschauer-Beschränkungen mehr bei den Spielen der Kölner Haien. Foto: Bopp

Jedoch mussten die Anhänger lange mit ihren Haien zittern, ehe das Minimalziel erreicht wurde. Das Motto lautete über die 60 Minuten Safety first. Kein Team wollte den entscheidenden Fehler machen und in Rückstand geraten. Denn bei einem Sieg in Köln hätte sich Ingolstadt direkt für das Viertelfinale qualifizieren können.

Kölner Haie hatten nur wenige Tormöglichkeiten

So hatte die Partie nur wenige spielerische Höhepunkt, jedoch war es ein Kampf um jeden Zentimeter Eis. Beide Mannschaften gingen nur wenig Risiko, es war ein Abtasten. Und gab es mal Chancen, so waren die beiden Torhüter – Pogge auf Seiten der Haie sowie Kevin Reich im Panther-Käfig auf dem Posten.

Am Ende gewann die Mannschaft mit dem größeren Willen. Die Gastgeber überstanden zu Beginn des letzten Drittels eine doppelte Unterzahl und feierten so nach 60 Minuten die ersehnte Nullnummer. „Die Atmosphäre war phantastisch“, sagte Maximilian Kammerer. „Ingolstadt hat viel Power und eine starke Offensive. Aber wir sind gut drauf und haben das erste Spiel in Köln. Es wird eine enge und spannende Serie werden.“

Und wenn der Ausgang so ist wie am Sonntag, ist in Köln jeder glücklich. Gutes Omen: 2019 zogen die Kölner nach einem 1:3-Rückstand nach vier Spielen in sieben Partien noch in die nächste Runde ein.