Auch auf dem Barbarossaplatz stoppte die Demonstration kurz

Ein Demosanitäter berichtet über die Vorgänge in Münster. Der junge Mann sei bei seiner Festnahme von sechs Polizeibeamten der 17. Münsteraner Polizeihundertschaft so zu Boden geworfen worden, sodass er sich dabei ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen habe, so berichteten Augenzeugen. Danach hätten die Polizisten keinen Notarzt, sondern nur einen Rettungswagen bestellt. Der Notarzt sei von den Demosanitätern nachbestellt worden. Eine Ärztin, die sich zufällig in der Nähe befand, half im Rettungswagen aus. Selbst im Rettungswagen, so der Demosanitäter, hätte ein Polizeibeamter den schwer Verletzten noch beleidigt und geschmäht. Die Demonstranten fordern eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte, damit diese nicht länger wie „anonyme Roboter“ agieren können, wie eine Demonstrantin es formulierte. Die Demonstranten warfen den Beamten zudem falschen Korpsgeist und Gewaltexzesse vor, die selbst gegen Urteile des Bundesverfassungsgerichts verstoßen, auch in Köln.

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Die Polizei Münster beschreibt die Situation anders: „Ein Demonstrant, der im Zusammenhang mit Flaschen- und Steinwürfen auf Polizeibeamte festgenommen werden sollte und dabei erheblichen Widerstand leistete, wurde schwer verletzt. Polizeipräsident Hubert Wimber ordnete unmittelbar nach Bekanntwerden die genaue Untersuchung dieses Vorfalls an.“ Beamte sprechen davon, dass der junge Mann lediglich eine Nasenverletzung gehabt habe, aber aufgrund hohen Drogen und Alkoholkonsums dann das Bewusstsein verloren habe.

Die Solidaritäts-Demonstration verlief friedlich und führte vom Rudolfplatz über die Ringe, Zülpicher und Kyffhäuser Straße zum Barbarossaplatz.

[ag]

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