Der Kölner Nachtverkehr in der zweiten Liga
SPD und Die Grünen sind sich einig: „Köln befindet sich in der zweiten Liga.“ Zwar nicht im Fußball, jedoch im Bereich Nachtverkehr. „Eigene Erfahrungen zeigen: Die Bahnen, insbesondere am Wochenende, quillen nachts über,“ sagte heute die verkehrspolitische Sprecherin der Kölner SPD-Fraktion, Susanna dos Santos. „Köln sieht sich ja gerne als Weltstadt,“ so auch ihre Kollegin von den Grünen, Bettina Tull. „Allerdings ist der Nachtverkehr einer Millionenstadt nicht würdig.“

Mindestens engere Taktung
Die Tendenzen zeigen laut dos Santos, dass sich das Freizeitleben in der Stadt auch in der Woche immer weiter in die späten Stunden verlegt. Der Bedarf nach einem besseren Nachtverkehr steige dadurch. Deshalb habe man einen Antrag für die kommende Ratssitzung am 26. Mai eingereicht. In dem soll die Verwaltung beauftragt werden, in Zusammenarbeit mit den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) bis zur Sommerpause ein Konzept für den Ausbau des Nachtverkehrs vorzulegen. Dieser Ausbau soll möglichst bereits zum Fahrplanwechsel kommenden Dezember durchgeführt werden. Mindestens vorgesehen sind eine engere Taktung an Wochentagen zwischen 23:00 und 1:00 Uhr und eine durchgehende halbstündige Taktung am Wochenende. Im unmittelbaren Innenstadtnetz soll sogar eine 15-minütige Taktung erreicht werden. Derzeit fahren die Bahnen wochentags bis ca. 1:00 Uhr und am Wochenende ab 1:00 Uhr im Stundentakt.

Bei der Finanzierung andere Städte zum Vorbild nehmen
Die Reaktionen der KVB waren nach dos Santos und Tull bisher positiv, jedoch müsse man bedenken, dass ein Ausbau mit Mehrkosten verbunden sei. Um zu vermeiden, dass diese Mehrkosten über steigende Ticketpreise hereingeholt werden, suche man derzeit nach alternativen Finanzierungsmodelle. So sei es eventuell möglich, diese Kosten durch einen Nachtzuschlag oder einer (Teil-)Finanzierung über das Semesterticket abzudecken.

Dominic Röltgen für report-k.de | Kölns Internetzeitung

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