Zum Auftakt des Straßenkarnevals am heutigen Donnerstag, 11.02.2010, ist zum ersten Mal das gemeinsame Konzept von Stadt Köln, Polizei Köln und Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e.V. „Straßenkarneval in Köln – Mehr Spaß ohne Glas“ umgesetzt worden. Die Stadt Köln ist mit den bisherigen Erfahrungen dieses ersten Tages insgesamt zufrieden. Die Stadt Köln bedankt sich bei den Feiernden, dass sie die neuen Regelungen im Vorfeld aufgenommen und ihre Glasflaschen zu einem großen Teil zu Hause gelassen hätten. Die über 200 freiwilligen Helfer an den Sperrposten der Bereichsgrenzen von Altstadt und Zülpicher Viertel hätten die ankommenden Jecken auf das Glasverbot hingewiesen und diese gebeten, die dennoch mitgebrachten Glasflaschen in den bereitgestellten Containern zu entsorgen. Die Feiernden hätten die Hinweise überwiegend bereitwillig aufgenommen und ihre Glasflaschen entsorgt. In nur einem Fall hätte das Zwangsgeld angedroht werden müsen. Bis Mittags seien die Verbotszonen fast glas- und scherbenfrei gewesen. Im Laufe des Nachmittags stieg mit der Anzahl der Karnevalisten auch die Menge des unerwünschten Glases. Insgesamt sei jedoch wesentlich weniger Glas- und Scherbenaufkommen zu verzeichnen als in den Vorjahren oder am 11.11.2009.

Kiosk-, Imbiss- und Einzelhandelsbetrieben hätetn sich überwiegend an das Verkaufsverbot gehalten. Lediglich ein Kiosk in der Altstadt hätte gegen die Regelungen verstoßen und trotzdem Glasflaschen verkauft. Dem Betreiber gegenüber sei ein Zwangsgeld in Höhe von 1.000 Euro festgesetzt worden. Zusätzlich komme auf ihn ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz zu.

11 Betreiber verstießen gegen Jugendschutzgesetz
Auch der Jugendschutz war wie in den Vorjahren Aufgabenschwerpunkt. So führte der Ordnungsdienst 153 Jugendschutzkontrollen durch (im Vorjahr: 111). 26-mal musste der Ordnungsdienst einschreiten, weil Minderjährige Wein, Bier und vor allem Spirituosen konsumierten. Die in jedem Fall sichergestellten Getränke wurden vor Ort ausgeschüttet. Weitere 57 Jugendliche wurden beim Rauchen angetroffen, obwohl dies erst ab 18 erlaubt ist. Elf mal mussten die städtischen Mitarbeiter gegen Gaststätten-, Kiosk- und Trinkhallenbesitzer Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz oder gewerberechtliche Vorschriften einleiten. Diese hatten alkoholische Getränke an Kinder oder Jugendliche ausgeschenkt oder zum Beispiel als preiswertestes Getränk kein alkoholfreies angeboten. An Weiberfastnacht 2009 waren hier 34 Verstöße festgestellt worden.

Weniger Wildpinkler als im Vorjahr
Überdies musste der Ordnungsdienst auch in diesem Jahr gegen das Urinieren in der Öffentlichkeit vorgehen. 42 (Vorjahr 247) Männer und 9 (17) Frauen wurden ertappt, als sie für ihre Notdurft nicht die bereitgestellten Toiletten nutzten. Hier hätte sich das  verbesserte Toilettenkonzept bemerkbar gemacht. Sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht hätten Verbesserungen erreicht werden können.  Auch der Verkehrsdienst konnte wie in den Vorjahren erheblich zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung beitragen: Es wurden 50 „Knöllchen“ für Parkvergehen ausgestellt. Die Autos behinderten meist den Umzug des Reiter-Korps Jan van Werth oder andere karnevalistische Brennpunkte. In 33 Fällen gelang es den Mitarbeitern des Verkehrsdienstes, die Halter der Fahrzeuge ausfindig zu machen, die ihre Autos dann selbst entfernen konnten. 17 Fahrzeuge mussten jedoch abgeschleppt werden. Alle Zahlen betreffen bis 15 Uhr festgestellte Verstöße.

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