Betroffen sind alle großen Versicherungsgesellschaften. Um 11 Uhr wird auf dem Kölner Neumarkt eine Kundgebung stattfinden. In Düsseldorf, Münster, Dortmund und Detmold sollen ebenfalls über 1.000 Beschäftigte streiken. Die bisherigen drei Verhandlungsrunden für die rund 175.000 Beschäftigten der Branche waren am 31. Mai an den Vorbedingungen des  Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen (AGV) gescheitert. "Die Arbeitgeber provozieren diesen Streik, weil sie auch nach drei Verhandlungsrunden nicht bereit sind, sich von ihren Vorbedingungen an die Gehaltsrunde zu verabschieden", kritisiert ver.di-Verhandlungsführerin Beate Mensch. Auch in einem Sondierungsgespräch hätten sich die Arbeitgeber nicht von diesen Vorbedingungen gelöst, die Einschnitte im Manteltarif und damit Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten bedeuten würden. Ziel AGV sei es, befristete Beschäftigung auszudehnen und Beschäftigung im Niedriglohnbereich auszuweiten. Ein neues Gehaltsangebot wurde nicht unterbreitet. Auch ein neuer Verhandlungstermin sei nicht vereinbart worden.

"Mit den geplanten Einschnitten würden die Belegschaften gespalten und die Arbeitsbedingungen der Branche nachhaltig verschlechtert", betonte Beate Mensch. ver.di fordert dagegen eine Anhebung der Gehälter um sechs Prozent, mindestens aber 150 Euro. "Es ist völlig unverständlich, warum die Arbeitgeber, deren Branche gute wirtschaftliche Erfolge aufweist, sich nicht hinter die Beschäftigten stellen", betonte Mensch. "Die Versicherungsangestellten haben mit ihrer Arbeit zu dieser erfolgreichen Situation beigetragen, nun wollen die Arbeitgeber sie noch mit Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen bestrafen, anstatt sie mit einer angemessenen Erhöhung der Gehälter an den Gewinnen zu beteiligen," sagte die ver.di-Verhandlungsführerin.

[cs]

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