"Die Behörden in Nordrhein-Westfalen haben ein Korruptionsproblem", fügte Salvenmoser hinzu. Am häufigsten berichten die für die Studie befragten Behörden in NRW demnach über Vermögensdelikte wie zum Beispiel Unterschlagung oder Veruntreuung. Es folgen Formen von Korruption wie Vorteilsannahme und Bestechlichkeit sowie wettbewerbswidrige Absprachen, Urkundenfälschung und Subventionsbetrug. In NRW verursachten der Studie zufolge ein Viertel der entdeckten Straftaten finanzielle Schäden zwischen 100.000 und 250.000 Euro. Bei 16 Prozent der Fälle lag der Schaden sogar zwischen 250.000 Euro und einer Million Euro.

"Die Behörden in NRW sind offenbar stärker von Kriminalität betroffen als im Bundesschnitt. Mindestens ein Teil der auffällig gewordenen Fälle lässt sich auch auf die vergleichsweise scharfen Kontrollen in NRW zurückführen", erläuterte Salvenmoser. Die Studie wurde im Auftrag von PwC und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg von TNS Emnid durchgeführt. Bundesweit haben sich Verantwortliche aus 500 Behörden geäußert. Die Auswertung für Nordrhein-Westfalen, die nun vorliegt, umfasst die Daten aus mehr als 80 Kommunal- und Landesbehörden.

[dts]

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