Köln | Am 27. Januar 2015 jährt sich die Befreiung des Vernichtungslagers Ausschwitz durch die Rote Armee zum 70. Mal. Das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (NS-DOK) widmet seine aktuelle Sonderausstellung der Architektur der Todesfabrik. Zu sehen sind architektonische und technische Zeichnungen, die das Stammlager Auschwitz, das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und das Nebenlager Auschwitz-Monowitz visualisieren. Dies stellt weltweit erstmals eine umfassende und vollständige Rekonstruktion eines Konzentrationslagers dar.

Anhand dreier Großpläne erhält man einen Überblick über die Strukturen der Lager. Vor diesen Plänen sowie an weiteren sechs Stationen der Ausstellung, wo einzelne Gebäude, Orte und Lagerbereiche vorgestellt werden, bieten Medienstationen die Möglichkeit, vertiefende Informationen zur pädagogischen Arbeit abzurufen. Ein Modell des Krematoriums IV steht im Zentrum des Themas der „Rationalisierung“ des Völkermords, der Ermordung von mehr als einer Million Menschen in Auschwitz.

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In der Ausstellung stehen die rund 50 Architektur- und technischen Zeichnungen von Aussschwitz im Kontrast zu Zeichnungen, die von Häftlingen angefertigt wurden. Ziel der Präsentation ist eine Gegenüberstellung des kühlen technokratischen Vorgangs der Organisation der Massenvernichtung zum unmenschlichen Alltag der Häftlinge von der Ankunft der Deportationszüge über die Selektionen und die menschenverachtenden Lebensbedingungen bis hin zu ihrer Ermordung.

Vom Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz sind heute nur noch einzelne Gebäude erhalten. Während die Steinbauten des Stammlagers Auschwitz den Kern von Gedenkstätte und Museum Auschwitz bilden, stehen auf dem Gelände des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau nur noch einige Backsteinbaracken und wenige rekonstruierte Barackenbauten. Von dem Nebenlager Auschwitz-Monowitz sind keine baulichen Reste mehr erhalten.

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„Todesfabrik Ausschwitz – Topographie und Alltag in einem Konzentrations- und Vernichtungslager“

Sonderausstellung im NS-DOK

20. November 2014 bis 3. Mai 2015

Konzipiert wurde die Ausstellung durch das NS-DOK in enger Zusammenarbeit mit dem Bauzeichner Peter Siebers aus Köln und dem Historiker Prof. Dr. Gideon Greif aus Tel Aviv. Kooperationspartner der Sonderausstellung sind die Gedenkstätte und das Museum Auschwitz-Birkenau. Die Ausstellung wird gefördert vom Auswärtigen Amt, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, der Sparkasse KölnBonn und den Kölner Verkehrs-Betrieben.

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Autor: dd | Grafik: Peter Siebers/NS-DOK
Foto: Ausschwitz Stammlager: Häftlingsküche, davor Appellplatz und Sammelgalgen (Isometrie von Peter Siebers, 2014)

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