Tropfnass, ein bisschen durchgefroren, aber vollkommen glücklich kamen die Alex Dragon Fighters von den Alexianer Service-Betrieben heute Mittag wieder am Ufer an. Bei ihrer Qualifikation für das Finale gegen die Teams „Flotte Fisch“ und „Flying Fliedner“ war ihr Trommler vom Boot in den See gestürzt. Angefeuert von den Zuschauern am Ufer paddelte das Team dennoch bis ins Ziel. Der nasse Trommler wurde unterdessen von den Helfern aus dem Wasser gefischt. „Es war aufregend. Wir leben noch“, sagte Carola,  die sich sichtlich darüber freute, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Trotz der Aufregung war sich das Team aber sicher: „Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei!“ Dann vermutlich mit einer Garnitur trockener Klamotten mehr.


Voller Zuversicht paddelten die Wikinger aus Ratheim hier zum Start


“Ein ganz besonderer Tag“
Der integrative Renntag im Drachenboot wurde heute zum zweiten Mal im Rahmen des Drachenboot-Festivals organisiert. Insgesamt 18 Mannschaften aus Nordrhein-Westfalen fuhren mit und zeigten sich von der Stimmung rund um die Regatta begeistert. In diesem Jahr nahmen insbesondere Werkstätten teil, bei denen Menschen mit Behinderung arbeiten. Sie fuhren zusammen mit nicht behinderten Kollegen und Helfern in einem Boot. „Für unsere Mitarbeiter mit Behinderung ist das Drachenboot-Fest ein ganz besonderer Tag. Sie kommen sonst nicht so viel raus“, berichtete heute Ursula Rockstroh von den Gemeinnützigen Werkstätten Köln (GWK). „In Köln gibt es viel zu wenige integrative Sportveranstaltungen“, so Rockstroh.

Im kommenden Jahr wollen die GWK, die das Rennen mit veranstalten, den Tag darum weiter ausbauen. So soll es neben der Drachenboot-Regatta auch Wettbewerbe in den Disziplinen Laufen und Schwimmen geben. Zudem hofft Rockstroh darauf, dass sich künftig die Sportler mit und ohne Behinderung noch mehr mischen. So können sich etwa Vereine oder Firmen bei Rockstroh melden, die Interesse haben, mit Menschen mit Behinderung gemeinsam im Drachenboot zu fahren. Sie würde die Gruppen dann miteinander vermitteln. Begeistert von der Veranstaltung zeigte sich heute auch Bezirksbürgermeisterin Cornelie Wittsack-Junge. Die Verwaltung wollte eigentlich schon für dieses Jahr ein eigenes Team stellen. „Das hat nicht geklappt, aber für das kommende Jahr bin ich sehr zuversichtlich“, versprach die Bürgermeisterin heute.


Kostüme sind beim Drachenboot-Rennen eindeutig erwünscht


Drachenboot voll jeck
Ab morgen startet am Fühlinger See nun das weitere Drachenboot-Festival für Jedermann. Insgesamt erwarten die Veranstalter über 80 Teams auf dem Fühlinger See. Die Boote werden den Mannschaften dabei gestellt. In jedem Boot fährt außerdem ein ausgebildeter Steuermann mit. Mitbringen müssen die Teilnehmer daher nur trockene Klamotten, gute Laune und im besten Fall eine Verkleidung. Heute starteten die Teams etwa im Wikinger- oder Highländer-Kostüm. Die „Flotten Fische“ trugen zudem selbst genähte Fisch-Perücken. „Die machen warme Ohren“, verriet einer der Fahrer. Bei so viel Narretei verwundert es nicht, dass auch einige Karnevalsgesellschaften bei dem Drachenboot-Festival mitmischen. So starten am Sonntag etwa die Blauen Funken und die Bürgergarde blau-gold mit eigenen Mannschaften. Sie erwartet zum Abschluss am Sonntag noch ein besonderes Rennen: der Fastelovends-Cup. In dem messen sich die vier schnellsten Karnevals-Teams. Um diese Ehre zu gewinnen, brachten im vergangenen Jahr die Blauen Funken sogar ihren gesamten Spielmannszug mit. Der sorgte am Ufer für mächtig Stimmung.

Drachenboot-Festival Köln
28. und 29. Mai 2011
Fühlinger See
Regatta-Bahn, Parkplatz 1
Die Rennen beginnen jeweils um 9.30 Uhr
Finale jeweils um etwa 15.30 Uhr

Integrative Teams können sich für 2012 bei Ursula Rockstroh unter rockstorh@gwk-koeln.de melden.

Cornelia Schlößer für report-k.de/ Kölns Internetzeitung

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