Erste Versuche des filmischen Umgangs mit den fremden Gästen waren eher ungelenk, frühe Wochenschauen sind noch im sperrigen Duktus der Wirtschaftswunderjahre gehalten. Dann deklariert der neue deutsche Film die „Gastarbeiter“ als „Opfer des Industriekapitalismus“, und wenig später muss die türkische Frau – jahrzehntelang – aus den Fängen des Patriarchats gerettet werden. So ziehen sich die Klischees durch die Filmgeschichte – bis in den 1990ern die Deutschtürken selbst  die Leinwände entern und ihre  Perspektiven ins deutsche Kino einbringen.

„Tüpisch Türkisch“ versucht in der aktuellen sechsten Ausgabe, diese Entwicklung nachzuzeichnen. Dabei soll dem Phänomen Rechnung getragen werden, dass sich auch die Türkei in zahlreichen Filmen – und nicht selten in Komödien – mit der Arbeitsmigration auseinandergesetzt hat. Auch ihre Klischees von den  Deutschen und den Almancis tragen zur Vielzahl der Perspektiven bei.


Veranstaltungsort:
Kölner Filmhauskino
Maybachstr. 111
50670 Köln
www.koelner-filmhaus.de

Eintrittspreise: Filme 6,50 €, ermäßigt 5,- €


Programm:
 
10.11.
19.00 Uhr: Eröffnung und Lesung mit Dogan Akhanli: „Mein Name war Ford“
19.30 Uhr: E 5 – Die Todesstrecke
21.30 Uhr: Kurzfilm-Rolle

11.11.
19.30 Uhr: Almanya Aci Vatan – Deutschland, bittere Heimat
21.30 Uhr: Gurbetçi Şaban (Şaban der Fremdling)
22.00 Uhr: Party: Türkische Delikatessen Spezial im Haifischbecken des Kölner Filmhauses

12.11.
18.00 Uhr: Bilder der Migration – Video-Collage von Martina Priessner & Tuncay Kulaoglu
19.30 Uhr: Vatanyolu – Die Heimreise
21.30 Uhr: Shirins Hochzeit

13.11.
11.30 Uhr: Dr. Lale Akgün „Tante Semra im Leberkäseland“
14.00 Uhr: Denk ich an Deutschland – Wir haben vergessen, zurückzukommen


[il]

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