Köln | Die Neuinfektionszahlen für Köln in der vergangenen Woche bleiben intransparent und lassen sich nicht erklären, auch wenn es sich bei der Meldung des Robert Koch-Institut (RKI) immer nur um vorläufige Zahlen handelt. Die Stadt Köln verweist auf das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LG NRW) und gibt selbst keine Zahlen – auch auf Nachfrage – bekannt.

Der Nuller-Dienstag

Die Zahlen die das RKI für die letzten 7 Tage für Köln herausgab weichen massiv von den Zahlen des LG NRW ab und auch in der Summe ergibt sich eine deutliche Differenz, auch wenn das RKI immer von vorläufigen Zahlen spricht. Zusammengezählt ergeben die Tagesmeldungen des RKI in der Summe vom 20. bis 26. November 3.541 Neuinfektionen in Köln. Heute gibt das RKI aber die 7-Tage-Fallzahl mit 3.183 an und kommt damit auf die Zahl, die auch die Zahlen des LG NRW ergeben. Das ist eine krasse Differenz von 358.

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Die Zahlen an den einzelnen Tagen, wie die Grafik es zeigt, unterscheiden sich jeden Tag. Eine wirkliche Erklärung gibt es dafür nicht. Aufgefallen war vor allem der Nuller-Dienstag des RKI, an dem keine Neuinfektionen für Köln gemeldet wurden. Auf Nachfrage dieser Internetzeitung, ob das Gesundheitsamt der Stadt Köln keine Zahlen an das LG NRW gemeldet habe, schreibt ein Sprecher der Stadt Köln: „Das Gesundheitsamt hat die Zahlen für Mittwoch und Donnerstag korrekt an das LZG übermittelt. Grund für die fehlerhafte Veröffentlichung der Zahlen war ein Softwarefehler beim LZG. Bei der Landesstelle ist während des Einlesens der Transportdateien eine Datei beschädigt worden, weshalb keine Fälle eingelesen werden konnten. Das LZG hat in Zusammenarbeit mit dem RKI die beschädigte Datei reparieren können.“ Welche Zahl die Stadt Köln gemeldet hat, sagt der Stadtsprecher nicht, sondern verweist auf die Zahlen des LG NRW.

Kann das Gesundheitsamt derzeit die Kontakte nachverfolgen und richtig melden?

Das Kölner Gesundheitsamt hat derzeit 1.200 Mitarbeiter*innen. 900 bearbeiten Corona-Fälle. Die Stadt schreibt auf die Frage ob den Sommer über Personal abgebaut wurde: „Derzeit wird weiteres Personal eingestellt. Zu Beginn des neuen Semesters haben einige Studierende das Gesundheitsamt verlassen.“ Auf die Frage, ob das Gesundheitsamt derzeit die Kontaktnachverfolgung gewährleisten kann, teilt die Stadt Köln mit: „Mit Unterstützung der Bundeswehr kann das Gesundheitsamt die Kontaktnachverfolgung trotz der hohen Infektionszahlen gewährleisten. Es gibt diese von Ihnen erfragte Zahl nicht. Bei hohen Infektionszahlen kann es länger als 24 Stunden dauern, bis die Kontaktpersonen erreicht werden.“ In Köln standen am gestrigen Freitag 3.681 Menschen unter Quarantäne bei 3.183 Indexfällen, die von 900 Mitarbeitenden betreut werden.

Déjà-vu

Auch dieser kleine Ausschnitt und Blick auf die Situation in Köln lässt einen das Gefühl nicht loswerden als hätte man diese Situation in der Vergangenheit in gleicher Weise bereits einmal, oder in der Pandemie mehrfach durchlebt. Ein klassisches Déjà-vu-Erleben. Zahlen die voneinander abweichen, Kontaktnachverfolgung und Einsatz der Bundeswehr und niemand kann oder will es erklären und damit letztendlich transparent machen.

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