Das Symbolbild zeigt die Skyline von Frankfurt

Berlin | dts | aktualisiert | Im Banken-Tarifstreit hat die Gewerkschaft Verdi den für Mittwoch geplanten Verhandlungstermin abgesagt. „Das Angebot muss realitätstauglich sein“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Die Arbeitgeber hätten für die Tarifrunde diese Woche aber noch nicht einmal ein neues Angebot vorgelegt.

Nach der dritten Tarifrunde hatte der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV) ein erstes Angebot unterbreitet, welches unter anderem eine Erhöhung der Gehälter um 3,2 Prozent in drei Stufen bei einer Laufzeit von 36 Monaten vorsieht. 2022 sollen die Tarifgehälter demnach um 1,2 Prozent steigen, 2023 und 2024 jeweils um 1,0 Prozent. „In diesem Jahr soll es trotz Rekordinflation überhaupt keine Gehaltserhöhung mehr geben“, kritisierte Duscheck.

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Die Arbeitgeber würden so einen Reallohnverlust für vier Jahre durchsetzen wollen. „Das ist für uns keine Gesprächsgrundlage.“ Ersten Warnstreiks könnten angesichts der geplatzten vierten Tarifrunde nun weitere Streiks folgen.

„Sollte die Arbeitgeberseite nicht bereit sein ihr Angebot zu verbessern und mit aller Ernsthaftigkeit am Verhandlungstisch in die Themen Mobiles Arbeiten und einen Nachwuchskräftetarifvertrag einzusteigen, werden wir die Arbeitskampfmaßnahmen in den kommenden Wochen immer weiter intensivieren“, sagte Duscheck. Verdi bleibe aber gesprächs- und verhandlungsbereit, sollten die Arbeitgeber ein „substanziell verbessertes Angebot“ vorlegen. Neben mehr Geld für die Beschäftigten will Verdi auch einen Anspruch durchsetzen, dass Beschäftigte der Privatbanken bis zu 60 Prozent ihrer Arbeitszeit mobil arbeiten können.

Über Ausnahmen in Bereichen, wo dies nicht möglich sei, sei man bereit zu sprechen. „Hier braucht es aber klare Spielregeln, damit die Arbeitgeber dies nicht pauschal ablehnen“, mahnte Duscheck. Der Verdi-Verhandlungsführer forderte zudem eine finanzielle Unterstützung für die Beschäftigten für Mehrkosten, die durch die mobile Arbeit entstehen.

Privatbanken reagieren mit Unverständnis auf Verdi-Absage

Die privaten Banken haben mit Unverständnis auf die Absage der Gewerkschaft Verdi zur für Mittwoch geplanten vierten Tarifrunde reagiert. „In einer Tarifverhandlung geht es aber darum, dass man miteinander redet“, sagte Carsten Rogge-Strang, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes des privaten Bankgewerbes (AGV), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Insofern fehlt mir für die Absage jedes Verständnis.“

Der AGV werde trotz der Verdi-Absage den Termin am Mittwoch wie geplant wahrnehmen und mit dem Deutschen Bankangestellten-Verband (DBV) sprechen. Zuvor hatte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck gegenüber den Funke-Zeitungen die Teilnahme der Gewerkschaft für Mittwoch abgesagt. Die Arbeitgeber hätten kein neues Angebot vorgelegt, begründete Duscheck den Vorstoß.

AGV-Hauptgeschäftsführer Rogge-Strang stellte nun klar: „Wir werden im Vorfeld eines weiteren Verhandlungstermins keine weiteren Zugeständnisse machen.“ Man sei aber bereit, über das bisherige Angebot zu reden. „Wir würden gerne mit beiden Gewerkschaften weitersprechen. Dafür braucht es aber eine Dialogbereitschaft seitens Verdi“, sagte Rogge-Strang. Von der Drohung nach weiteren Streiks zeigte sich der AGV-Hauptgeschäftsführer unbeeindruckt: „Die bisherigen Streiks hatten keine nennenswerten Auswirkungen. Insofern nehmen wir die Streikdrohung zur Kenntnis, sehen das aber gelassen.“

Die Tarifverhandlungen betreffen rund 140.000 Beschäftigte der privaten Banken in Deutschland.

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