Köln | Er war ein Mann im Exil in Köln: Khalid Al-Maaly, 1956 im Irak geboren, den er 1979 nach der Machtübernahme Saddam Husseins verließ. 1980 beantragte er in Deutschland Asyl, seit 1996 ist er deutscher Staatsbürger. Längere Zeit lebte er in Köln, wo er auch seinen Verlag gründete und als Schriftsteller in deutscher und arabischer Sprache Gedichte und Prosa verfasste und als Übersetzer arbeitete.

Sein Verlag Manschurat al-Djamal (zuvor Al-Kamel-Verlag) wurde als Exilverlag in Köln gegründet. 2008 siedelte er nach Beirut über; außerdem gibt es eine Verlagsfiliale mit angeschlossener Buchhandlung in Bagdad.

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Nun ehrt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Verleger und Wortarbeiter. Der Verlag „ist die erste Adresse für moderne und zeitgenössische deutschsprachige Literatur (Lyrik und Prosa) und Publizistik (u.a. Philosophie und Islamwissenschaft) in der arabischen Welt. In seinem Verlagsprogramm finden sich über 100 Titel bekannter deutschsprachiger Autorinnen und Autoren, darunter Paul Celan, Günter Grass, Christa Wolf, Peter Handke ebenso wie Hannah Arendt, Jan Assmann oder Peter Sloterdijk“, heißt es in der Begründung der Verleihung des mit 15.000 Euro dotierten Friedrich-Gundolf-Preises für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland. Khalid Al-Maaly sei ein „unermüdlicher Akteur“ in der deutsch-arabischen Kulturvermittlung.

Die Preisverleihung soll am 8. Mai 2021 stattfinden. „In welcher Form sie stattfinden kann, hängt von der pandemischen Entwicklung ab“, teilt die Darmstädter Akademie mit.

Autor: Von Christoph Mohr

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