Viktorias Niklas Mai (r.) hier im Zweikampf mit Dresdens Kyrylo Melichenko will sich auch gegen den FC Bayern behaupten. Foto: Bopp

Köln | Die Vorfreude wächst von Tag zu Tag. Am Mittwochabend um 20.46 Uhr ist es endlich soweit: Dann erwartet Viktoria Köln in der ersten Runde des DFB-Pokalspiels den Deutschen Meister FC Bayern München im RheinEnergieStadion.

Die Arena in Müngersdorf ist bereits seit Wochen ausverkauft, Mannschaft und Verantwortliche fiebern dem Spiel des Jahres entgegen. „Vor 50 000 Zuschauern zu spielen, ist für unseren Verein ein riesiges Highlight. Es ist das größte Spiel unserer Vereinsgeschichte, schließlich kommt eine der besten Mannschaften der Welt zu einem Pflichtspiel zu uns nach Köln“, sagt Sportvorstand Franz Wunderlich.

Nach dem geglückten Start in die neue Drittligasaison mit zehn von 18 möglichen Punkten gegen namhafte Gegner wie Waldhof Mannheim, Dynamo Dresden, Rot-Weiss Essen oder 1860 München können die Höhenberger durchaus mit Selbstbewusstsein in die Partie gehen. Trotzdem bleibt Wunderlich Realist. „Unsere Chance liegt bei 1:100. In der Verfassung, in der sich die Bayern im Moment befinden, wird das schon eine harte Nuss für uns werden. Da heißt es, sich so gut es geht zu verkaufen.“

Viktorias Sportvorstand Franz Wunderlich freut sich auf das Pokalspiel gegen den FC Bayern München. Foto: Bopp

Jedoch wird die Viktoria alles versuchen, um die Über-Bayern so lange wie möglich zu ärgern. Trainer Olaf Janßen hat extra den Rhythmus dem Pokalspiel angepasst und trainiert nun am späten Nachmittag. Zudem wird die Mannschaft am Dienstag nach dem Training im RheinEnergieStadion ins Hotel gehen, um den Fokus voll auf das Spiel zu richten.

Das wird sich auch der Rekord-Pokalsieger tun. Nach dem unglücklichen 1:1 im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach können sich die Münchner eine Blamage in Köln nicht leisten. „Die Bayern werden uns schon ernst nehmen. Aber wir werden uns nicht hinten reinstellen, um das Schlimmste zu verhindern. Wir wollen Chancen kreieren und ein wenig die Bayern ärgern“, gibt Olaf Janßen die mutige Devise aus.

Viktoria Köln lobt keine Extraprämie aus

Jedoch zeigt man sich auf der Schäl Sick nicht so vermessen, um eine Extraprämie für die Mega-Sensation auszuloben. „Darüber haben wir mit den Jungs nicht gesprochen. Aber eines ist sicher: Sollten wir wirklich weiterkommen, wird es nicht zum Schaden der Mannschaftskasse sein“, betont Sportleiter Marcus Steegmann.

Der ehemalige Profi weiß um die Übermacht des FCB. „Es ist schon eine Augenweide, Spielern wie Sadio Mané, Kingsley Coman oder Leroy Sané zuzuschauen. Da kommt eine unglaubliche Wucht auf uns zu. Und wenn sich die Bayern in einen Rausch spielen, kann es auch mal übel werden. Es wäre schön, wenn wir mit dem Ergebnis unter Bochum blieben“, so Steegmann. Der VfL verlor zuletzt sein Heimspiel in der Bundesliga gegen den Abo-Meister mit 0:7.

Viktoria Köln verlor 1979 im Pokal gegen den FC Bayern

Das Duell Viktoria gegen den FCB gab es bereits einmal im DFB-Pokal. Am 29. September siegten die Roten mit 3:1 durch Tore von Karlheinz Rummenigge, Dieter Hoeneß und Wolfgang Dremmler. Das Ehrentor zum zwischenzeitlichen 1:2 für die Kölner markierte Bernhard Ochmann.

Steegmann: „Heute hat der Fußball eine ganz andere Dimension als früher. Wir können uns dank der Liveübertragungen im Fernsehen einem breiten Publikum auf einer riesigen Bühne präsentieren und beweisen, dass auch bei der Viktoria ein ordentlicher Fußball geboten wird.“

Darauf werden sich 50.000 Besucher im RheinEnergieStadion freuen!