Viktoria Kölns Trainer Olaf Janßen umarmt Moritz Fritz nach dem Sieg gegen Kaiserslautern. Foto: Imago/Hübner

Köln | Nach dem sicheren Klassenerhalt muss Viktoria Köln am Samstag (13.30 Uhr) bei Eintracht Braunschweig antreten. Dabei werden die Höhenberger sicher euphorisch empfangen, schließlich sorgte der 2:0-Erfolg über den 1. FC Kaiserslautern dafür, dass die Niedersachsen die Rückkehr in die Zweite Liga schon vor dem letzten Drittliga-Spieltag schafften.

Olaf Janßen zeigte sich auch mehrere Tage nach der Rettung stolz über die Leistung seiner Mannschaft. „Uns hätte niemand zugetraut, dass wir den Klassenerhalt erreichen. Ich habe den Jungs vor dem Spiel gegen Lautern erzählt, dass ich so eine ähnliche Situation schon mit Frankfurt erlebt habe“, verrät der Viktoria-Trainer. „Damals hat auch keiner mit uns gerechnet.“

Rückblick: Am 29. Mai 1999 besiegten die Frankfurter den 1. FC Kaiserslautern mit 5:1, Nürnberg unterlag gleichzeitig dem SC Freiburg 1:2 und Hansa Rostock siegte beim VfL Bochum 3:2, so dass die Hessen sich aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Nürnberg die Bundesliga sicherten. So endet das Abstiegsdrama 1999 mit der größtmöglichen Überraschung. Nie zuvor ist ein Tabellenzwölfter am vorletzten Spieltag noch abgestiegen.

Viktoria Köln feierte auf Mallorca

Das Schicksal der Franken blieb den Kölnern erspart. Als Geschenk ließ Janßen sein Team von der Leine und gestattete einen Trip von Montag bis Mittwoch nach Mallorca. „Ich habe zu Hause einige Videoanrufe erhalten. Das war die beste Teambuildingmaßnahme“, sagt der Coach mit dem Grinsen über die Reise an den Ballermann. „Die Tage haben sich die Spieler verdient, denn für uns ist der Klassenerhalt so wie eine Meisterschaft zu bewerten.“

Obwohl es am Samstag für Braunschweig und Köln sportlich um nichts mehr geht, will sich die Viktoria vernünftig präsentieren. „Die Jungs sollen ohne Druck und taktische Zwänge Fußball spielen und Spaß einfach haben“, fordert Janßen, ehe am 21. Mai noch ein Höhepunkt auf dem Programm steht.

Im Sportpark Höhenberg steigt das Pokalfinale des Mittelrheinverbandes gegen den Lokalrivalen Fortuna. „Das sind meiner Meinung nach die beiden stärksten Teams im Mittelrhein. Das wird sicher eine tolle Partie, die wir noch einmal ziehen wollen“, betont Janßen und erinnert an das Pokalspiel gegen die TSG Hoffenheim am 9. August, als die Viktoria unglücklich mit 2:3 nach Verlängerung unterlag.

Viktoria Köln bastelt am Kader für die neue Saison

Während sich die Kicker auf die letzten beiden Begegnungen vorbereiten, laufen im Hintergrund die Planungen für die neue Saison. „Aufgrund der sportlichen Situation war es nicht so einfach, Gespräche mit Spielern voranzutreiben, da wir nicht wussten, in welcher Liga wir spielen werden“, so Janßen. „Natürlich haben wir uns für beide Szenarien vorbereitet, jedoch wird es noch ein paar Wochen dauern, bis die Mannschaft steht.“

Zumindest auf der Torwartposition hat die Viktoria Klarheit. Moritz Nicolas wird nach dem Ende seines Leihvertrages zurück nach Mönchengladbach gehen, dafür kehrt Ben Voll nach Köln zurück. Der 21-Jährige wurde bis 2018 in der U17 und U19 der Viktoria ausgebildet und wechselte 2019 zu Hansa Rostock. Der gebürtige Bergisch Gladbacher kommt nun in die Heimat zurück.

„Ich bin Hansa Rostock sehr dankbar für die Chance, im Profi-Fussball Fuß zu fassen und mich entwickeln zu können. Jetzt freue ich mich riesig auf die neue Aufgabe bei einem Verein, bei dem ich schon drei sehr gute Jahre hatte. Ich hoffe, dass ich bei der Viktoria den nächsten Schritt gehen kann“, sagt der Schlussmann.

Viktorias Sportleiter Marcus Steegmann freut sich über die Rückkehr von Ben Voll nach Köln. Foto: Viktoria

„Ben verkörpert eins zu eins unsere DNA. Er ist einer, der bei uns in der Jugend gespielt hat und ausgebildet wurde. Er hat sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt. Wir glauben, dass Ben Voll mit seinen Fähigkeiten sehr gut zu unserem Spiel passt und freuen uns, dass er ab der neuen Saison bei uns am Start ist“, verrät Janßen.

Auch Elias Bördner spielt weiter für Viktoria Köln. Der 20-jährige Torwart, der in der laufenden Saison von Bundesligist Eintracht Frankfurt ausgeliehen war und bislang auf acht Einsätze kam (fünf in der Liga, drei im Pokal), wird zur kommenden Saison fest verpflichtet.

Torwart-Trainer Georg Koch: „Elias Bördner hat seine Drittligatauglichkeit bereits unter Beweis gestellt, gehört zum erweiterten Kreis der U20-Nationalmannschaft und den talentiertesten Torhütern in der Liga. Mit ihm und Ben Voll haben wir zwei junge, hochbegabte Torhüter, die von Kevin Rauhut mit seiner Erfahrung unterstützt werden. Ich bin überzeugt, dass wir auf dieser Position für die neue Saison hervorragend aufgestellt sind.“