Köln | aktualisiert | Der NRW-Trend von Infratest dimap im Auftrag des „WDR-Magazins Westpol“ ist eindeutig: SPD 31 Prozent – CDU 22 Prozent. Die aktuelle schwarz-gelbe Landesregierung hätte keine Mehrheit mehr und Rot-Grün wäre wieder eine Option.

Die CDU in NRW verliert in dieser Infratest dimap Umfrage, die vom 18. bis 21. Oktober erhoben wurde glatte 6 Punkte. Die SPD legt innerhalb des letzten Jahres satte 13 Prozentpunkte zu. Die Grünen kommen in NRW dagegen nicht mehr so gut an und verloren im Jahresumfragenvergleich 9 Punkte. Die FDP konnte sich zum Frühjahr um 2 Punkte verbessern. Die AfD verliert einen Punkt und die Linke käme nach wie vor nicht in den NRW-Landtag. Zum ersten Mal nach 2014 würde es nach dem NRW-Trend wieder zu Rot-Grün reichen.

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Laschets Amtszeit negativ bewertet

Armin Laschet wird morgen als NRW-Ministerpräsident seinen Rücktritt erklären, nachdem er am gestrigen Samstag als CDU-Landeschef zurückzog und auf dem Landesparteitag der CDU Hendrik Wüst zu seinem Nachfolger gewählt wurde. Der soll ihm auch auf dem Ministerpräsidentensessel nachfolgen.

51 Prozent der Nordrhein-Westfalen bewertet die Amtszeit von Laschet negativ und 42 Prozent positiv. Vor allem die Jüngeren zwischen 18 und 39 Jahren bewerten Laschet negativ. Nur 36 Prozent finden seine Amtsführung positiv. Die Regierungsarbeit der schwarz-gelben Landesregierung wird nach wie vor kritisch bewertet und das selbst beim kleinen Koalitionspartner FDP.

Laschets Nachfolger Hendrik Wüst ist bei der Mehrzahl der Nordrhein-Westfalen noch unbekannt. Bekannter und beliebter sind NRW-Innenminister Herbert Reul und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Bittere Werte für FDP-Landeschef Stamp

Der stellvertretende NRW-Ministerpräsident und FDP-Landesvorsitzende ist selbst jedem zweiten FDP-Anhänger unbekannt. Die Kölnerin und NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer ist bekannter aber mit ihrer Arbeit sind 41 Prozent unzufrieden und nur 18 Prozent zufrieden.

Interessant ist die Frage, wen würden die Wähler*innen direkt zum Ministerpräsidenten wählen, wenn sie könnten. Hier hat Hendrik Wüst mit 31 Prozent, die Nase vor dem SPD Fraktions- und Landesvorsitzenden Thomas Kutschaty der nur 25 Prozent erreichen würde. Und das obwohl die SPD als Partei mehr Zustimmung erhält. Und 50 Prozent wünschen sich einen politischen Wechsel zugunsten der SPD und nur 32 Prozent eine Fortführung des schwarz-gelben Regierungsbündnisses.

NRW-Grüne: Gute Wahlergebnisse „keine Selbstläufer“   

Angesichts einer aktuellen Umfrage, die erstmals seit 2014 wieder eine Mehrheit für Rot-Grün in NRW sieht, hat die Grünen-Landesvorsitzende Mona Neubaur vor Übermut gewarnt. „Umfragen sind immer Momentaufnahmen aktueller Stimmungslagen“, sagte sie der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). „Der Verlauf im Vorfeld der Bundestagswahl hat uns gezeigt, wie schnell sich diese Stimmungen auch drehen können. Die Ausgangslage für die Landtagswahl im kommenden Mai ist aber unverändert gut, es ist alles möglich. Klar ist aber auch: Gute Wahlergebnisse sind keine Selbstläufer.“ Die Grünen wollten die Bürger von ihren Ideen überzeugen.

SPD-Chef und Oppositionsführer Thomas Kutschaty zeigte sich unterdessen angesichts der guten Umfragewerte zuversichtlich. „Zum Start des Wahlkampfs in NRW freut uns die aktuelle Umfrage natürlich“, sagte er der „Rheinischen Post“. Man gehe nun mit „starken Ideen für die Menschen in NRW und gut vorbereitet ins Rennen – noch vor ein paar Monaten waren wir noch weit vom Startblock entfernt“.

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