Die Leiterin des Kölner Paketzentrums, Sabine Keck. | Foto: DHL

Bis zu 572.000 Sendungen werden pro Tag bearbeitet

Von Stephan Eppinger

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Köln | Jetzt in der Vorweihnachtszeit werden wieder Rekordmengen an Päckchen und Paketen versendet. Im Kölner Paketzentrum sind das täglich mehr als eine Million, die von den 490 Mitarbeitern auf den Weg unter den Christbaum gebracht werden. Wir haben mit der Leiterin des Paketzentrums, Sabine Keck, über die Situation vor Heiligabend gesprochen.

Wie sieht die Situation jetzt kurz vor Weihnachten bei Ihnen im Paketzentrum Köln aus?

Sabine Keck: Wir haben aktuell im Vergleich zum Vorjahr, in dem bereits Rekordwerte verzeichnet worden sind, einen Zuwachs bei den Sendungen von 2,4 Prozent. Normalerweise bearbeiten wir pro Tag 410.000 bis 420.000 Sendungen. Am diesjährigen Rekordtag, dem 14. Dezember, waren das 572.000 Sendungen, die von uns im Paketzentrum bearbeitet worden sind. Da kommen wir dann schon an unsere Kapazitätsgrenze.

Das Paketzemtrum in Köln | Foto: DHL

Wie bewältigen Sie diese Massen an Paketen und Päckchen in der Weihnachtszeit?

Keck: Die Personalplanungen für diese Zeit beginnen schon im Juni. Dann wird festgelegt, wie viele neue Mitarbeiter sowie Aushilfskräfte im Paketzentrum eingesetzt werden. Gerade in Zeiten von Corona ist es außerdem wichtig, auch personelle Reserven für mögliche Ausfälle zur Verfügung zu haben. Insgesamt haben wir aktuell 490 Mitarbeiter – am Tag mit der höchsten Auslastung waren 425 in drei Schichten im Einsatz. Wir sind also personell gut aufgestellt und können die aktuelle Situation gut meistern. Im Vorjahr wurden wir noch von den großen Sendungsmengen überrascht, in diesem Jahr haben wir diese rechtzeitig eingeplant. Zur Unterstützung gibt es zudem zwei vorgelagerte mechanisierte Zustellbasen in Köln, die uns im Paketzentrum Arbeit abnehmen. Außerdem verschieben wir kleine Pakete zur Entlastung ins Briefsortiernetz. Aus dem Paketzentrum leiten wir etwa 15.000 kleinformatige Pakete an das Briefzentrum Frechen ab. Die gleiche Menge wird auch in unserer Eingangsschicht am Paketzentrum vorbeigeschleust und im Briefzentrum Frechen bearbeitet.

Wo liegt die Ursache für die erneute Steigerung?

Keck: Der Anteil des Onlinehandels ist weiter sehr groß. Die Menschen haben sich daran gewöhnt im Internet zu bestellen. Das behalten sie auch in Zeiten der Lockerungen im Einzelhandel so bei, weil sie gute Erfahrungen mit dem Onlinehandel gemacht haben.

Wie schwer ist es jetzt Personal für das Paketverteilzentrum zu finden?

Keck: Bei uns gab es da keine Probleme. Wir bieten Jobsuchenden die Chance, ohne Vorkenntnisse bei uns zu arbeiten. Die körperliche Fitness ist für die Arbeit im Paketzentrum wichtig. Dazu kommt, dass wir die Mitarbeiter tarifgebunden über dem Mindestlohn bezahlen und dass wir auch Menschen mit Migrationshintergrund gut integrieren. Wir haben hier Mitarbeiter aus mehr als 60 Nationen. Sprachprobleme lösen wir, indem es immer Kollegen gibt, die übersetzen können.

Wie schützen Sie ihre Mitarbeiter für Infektionen?

Keck: Die Deutsche Post DHL Group ist ein global aufgestelltes Unternehmen, bei dem Pandemien und Epidemien Teil der Risikoplanung sind. Die Sicherheit der Mitarbeiter und der Kunden steht bei uns an erster Stelle. Hier im Paketzentrum gab es schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Pflicht, eine medizinische Maske zu tragen. Zwischen Juni und August haben wir in eigenen DHL-Impfzentren den Mitarbeitern freiwillige Impfangebote zur Erst- und Zweitimpfung gemacht. Inzwischen sind hier im Paketzentrum Köln 79 Prozent der Mitarbeiter geimpft. Wir unterstützen es auch in Köln, dass unsere Betriebsärzte als Teil des Gesundheitssystems weitere Erstimmunisierungen und Booster anbieten können. Die 3G-Regel haben wir konsequent umgesetzt. Die Nachweise werden vor dem Gebäude kontrolliert, wo es in einem Container auch ein eigenes Testzentrum gibt. Außerdem haben wir ein gutes und effektives Nachverfolgungssystem. Die Mitarbeiter haben Armbänder, mittels derer wir bei einem Infektionsfall die kritischen Kontakte schnell erkennen, testen und notfalls in Quarantäne schicken können. So konnten wir bislang größere Ausbrüche hier vor Ort vermeiden. Mit unserem Schutzkonzept sehen wir uns auch für die ansteckendere Omikron-Variante gut aufgestellt.

Wie ist die Situation bei den Paketzustellern?

Keck: Wir machen weiter Werbung dafür, DHL-Packstationen bzw. die Vereinbarung von Ablageorten zu nutzen, um direkte Kontakte zwischen dem Paketzusteller und dem Kunden zu vermeiden. An den Packstationen kann man auch Sendungen aufgeben und braucht dann nicht in eine Filiale zu kommen. Wird ein Paket persönlich zugestellt, wird auf eine Unterschrift verzichtet. Für die Zusteller gilt eine Maskenpflicht. Ideal wäre es, wenn auch die Kunden Maske tragen würden.

Wie sieht es aktuell mit den Laufzeiten für Paket vor Weihnachten aus?

Keck: Auch hier sind wir gut aufgestellt – in der Regel kommt ein Paket, dass man heute auf gibt auch morgen an. Für die pünktliche Lieferung jetzt in der Weihnachtswoche, war eine Abgabe bis zu diesem Montag die sichere Option, dass die Geschenke rechtzeitig an Heiligabend da sind – man muss ja auch immer Witterungseinflüsse oder technische Probleme mit einplanen.

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