Das Bild zeigt zwei Insassinnen der JVA Köln, Nicole Hippert und Andrea Benko von der SKF und Julia Garnatz, Präsidentin von Soroptimist Deutschland in der JVA Köln am 11. Dezember 2023. | Foto: Grümer

Köln | Es weihnachtet in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Köln. Die Insassinnen der JVA konnten sich heute über eine Weihnachtstüte, gefüllt mit Leckereien, Kaffee und etwa Körperpflegeprodukten freuen. Die Tütchen wurden von dem Sozialdienst katholischer Frauen Köln (SKF) gemeinsam mit Soroptimist International Deutschland befüllt.

In den Drogeriemärkten weltweit gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Körperpflegeprodukten. Die Produkte unterscheiden sich etwa bei den Düften oder Zusammensetzungen. Diese Auswahl haben die Insassinnen der JVA Köln etwa nicht. Daher gibt es in der diesjährigen Weihnachtstüte Shampoo und Duschgel mit verschiedenen Düften. Zusätzlich beinhaltet die Weihnachtstüte wasserlöslichen Kaffee, Spekulatius und etwa Mandalas mit jeweils acht Buntstiften für jede Insassin.

Insgesamt etwa 200 Tütchen gibt es, eins für jede Insassin.

Ingeborg Arians, Vorsitzende des Fördervereins von Soroptimist Köln erklärte dazu: „Die Frauen verbüßen hier bereits ihre Strafe. Wir möchten ihnen mit dieser Aufmerksamkeit zu Weihnachten sagen „Ihr seid trotzdem nicht vergessen!““

Seit fünf Jahren werden die Insassinnen der JVA Köln zu Weihnachten mit keinen Tüten voller nützlicher Dinge beschenkt.  Die Tüten werden von Mitarbeiterinnen des SKF Köln persönlich and jede Insassin übergeben. Die SKF betreibt eine Beratungsstelle in der JVA Köln, an die sich jede Insassin bei Fragen oder bei benötigter Hilfe wenden kann.

Eine Insassin, die anonym bleiben möchte, erklärte gegenüber report-K: „Weihnachten hier ist anders. Es ist ein bisschen geschmückt, dadurch kommt vielleicht etwas Weihnachtsstimmung auf, aber es ist einfach anders.“ Sie fügte hinzu: „In den Weihnachtstüten sind oft Dinge, über die man sich sehr freut. Manchmal können wir uns vorher auch Dinge wünschen, die dann vielleicht in den Tüten drin sein werden.

Finanzierung

Julia Garnatz, Präsidentin von Soroptimist Deutschland erklärte, dass die Tütchen durch Spenden eigener Mitglieder und Unternehmen finanziert werden. Es gebe einige Unternehmen, die diese Aktion jedes Jahr unterstütze. Selten habe es Unternehmen gegeben, die sich gegen die Aktion ausgesprochen haben.

Ein wichtiger Teil seien die jährlichen Mitgliederbeiträge, sowie Spenden von Mitgliederinnen und Mitgliedern. Doch auch außenstehende Personen können spenden, und zwar auf der Internetseite von Soroptimist Deutschland.

Der Inhalt der Tütchen ist jedes Jahr meist unterschiedlich, laut Arians komme dies auf die Sponsoren und auf die jeweiligen Sonderangebote an.  Es gebe jedoch auch Dinge, die nichts in den Weihnachtstüten zu suchen haben, wie etwa Feuer, spitze Gegenstände, hohle Schokofiguren oder Adventskalender.

Auch Nachfrage von report-K erklärte Angela Wotzlaw, Direktorin der JVA Köln, dass es eine solche Aktion für die Männer nicht gebe. „Ich glaube es wäre schwierig, so etwas für die Männer auf die beine zu stellen. Zumal es nur etwa 300 Frauen, aber etwa 800 Männer hier gibt. Das würde sicherlich ziemlich teuer werden.“

Im nächsten Jahr solle es die Aktion mit den Weihnachtstüten für die Insassinnen der JVA Köln erneut geben.

agr