Die aktuelle Studie zeige, dass Köln einen guten Wert erreicht habe und sich als international bezeichnen könne, so Herbert Ferger, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. Der Wirtschaftsstandort Köln offenbare, dass von den insgesamt 143.000 Unternehmen immerhin 10.430 ausländischer Herkunft sind. Ferger schätzte, dass die Unternehmen für etwa 80.000 Arbeitsplätze sorgen. Die beliebtesten Branchen für ausländische Unternehmen seien der Handel (2.560), unternehmensnahe Dienstleistungen (1.493), das Baugewerbe (1406), sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (1.148), aber auch das Gastgewerbe (1.072).

Niederlande und Polen mit Spitzenwerten
Erfasst wurden sämtliche Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind und sich zu mindestens 50% im Besitz einer oder mehrerer ausländischen Gesellschaften oder Personen befinden. Unternehmer ausländischer Herkunft, die aber (mittlerweile) einen deutschen Pass besitzen, wurden nicht mit hinzugerechnet. Die IHK unterteilte die Firmen in eine Gruppe „großer“ Handelsregisterfirmen (2.205) und „kleiner“ Kleingewerbetreibenden (8.225). In der ersten Kategorie kamen die meisten Firmen aus den Niederlanden (320), aus Großbritannien (232), der Schweiz (211), Frankreich (196) und den USA (183). Die zweite Gruppe der „kleinen“ Unternehmen wird mit deutlichem Abstand von Polen (1.886) und der Türkei (1.770) vor Italien (634) angeführt.

Erstaunen verursachte bei der IHK die Tatsache, dass nicht die großen Schwellenländer, sondern die traditionellen Handelspartner das Bild der ausländischen Unternehmer dominieren. Künftig, so forderte Ferger, müsste versucht werden, weltweit alle Regionen für Köln zu gewinnen, wobei ein besonderes Augenmerk auf jenen unmittelbaren Nachbarn Deutschlands liegen soll, die in der Statistik auf den abgeschlagen Plätzen zu finden sind. Spanien sei hierfür nur eines von vielen Beispielen. Mit Hilfe zukünftiger Vergleichswerte verspreche man sich insgesamt eine bessere Beurteilung der Dynamik der Lage, erklärte Ferger.

Lage und Leute als wichtige Standortkriterien
Ferger sieht in den bereits ansässigen Unternehmen einen echten Vorteil, da sie bereits jetzt zum Image Kölns beitrügen. Die Firmen hätten sich vor allem wegen der Lage und Infrastruktur für den Standort Köln entschieden.
Der EU-Markt sei ebenso gut wie die Kunden vor Ort zu erreichen, sagte etwa der Kölner Geschäftsführer Yi Wu. Abgesehen davon seien den ausländischen Unternehmern die qualifizierten und auch jungen Fachkräfte vor Ort nicht entgangen. Wu, der selbst in Köln studiert hatte, habe seinem Unternehmen zum Standort Köln geraten, da ihn die „Mischung aus römischer Gastfreundschaft, germanischem Pflichtbewusstsein und die bemerkenswerte Weltoffenheit der Bevölkerung“ schon immer beeindruckt habe.

[asch]

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