Ein sogenannter Klüttenklauwagen, gebaut Ende 1945 von dem Automobilmechaniker Johann Schäfer aus Neu-Ehrenfeld. Diese Wagen wurden zum Transport von gestohlener Kohle verwendet, nachdem der Kölner Erzbischof Kardinal Frings in einer Predigt erlaubt hatte, sich zu nehmen, was für das Überleben wichtig ist, und so den Mundraub legalisierte.

Wunderkammer mit Depotcharakter
Das Konzept wurde im letzten Jahr in enger Zusammenarbeit mit den fünf Hausrestauratoren entwickelt. Der Anspruch war, eine Spannung zwischen Wunderkammer- und Labor- beziehungsweise Depotrealität darzustellen. Die „Wunderkammer“ beinhaltet zahlreiche Kuriositäten wie etwa eine Schellackplatte des Vaters von Tommy Engel aus dem Jahr 1945 oder den Reisekoffer des Kölschen Originals Willy Ostemann. Die Depotrealität wird durch die besondere Ausstellungsweise erzeugt: Die Stücke werden zum Teil in einfachen Regalen präsentiert und manche Bilder lagern noch in Kartonagen. Ein besonderes Highlight sind die zu Vitrinen umgearbeiteten Umzugskartons im Treppenhaus, in denen die Restauratoren ihre Lieblingsstücke zeigen.

Ein Streifzug durch Stadt- und Zeitgeschichte
Die Idee einer Depot-Ausstellung ist keineswegs neu, doch die Art und Weise im Stadtmuseum ist etwas Besonderes. So folgt „Depot 1“ keinem thematischen oder materiellen  Leitfaden. Es ist ein Streifzug quer durch die Kölnische Geschichte und zeigt Exponate aus dem 16. Jahrhundert bis heute. Diese sind aber nicht chronologisch angeordnet. Der Besucher findet unter vielen weiteren Stücken eine Gefängnistür aus dem Klingelpütz, die noch bis in die 50er Jahre in Gebrauch war, ein Bild des deutschen Malers Otto Dix, eine Milchtüte, Kostüme, Figurinen und den Raumhandschuh eines deutschen Astronauten.

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Infobox:
„Zur Sache: Scätzchen! – Depot 1“
Kölnisches Stadtmuseum
Zeughausstr. 1-3

Öffnungszeiten:
Di: 10 – 20 Uhr
Mi – So: 10 – 17 Uhr
an KölnTagen geöffnet bis 22 Uhr
montags geschlossen

Eintritt:
€3,50; erm. €1,50
Kombiticket Sammlung und Sonderausstellung:
€6,50; erm. €3,50

Nicola Ninnemann für Report-k.de / Kölns Internetzeitung; Photo: RBA Köln

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