Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

containerschiff_pixabay_18022018

Wirtschaftsforschungsinstitute senken Konjunkturprognose

Berlin | Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Erwartungen für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft weiter gesenkt. Das geht aus dem Herbstgutachten der Ökonomen hervor, welches am Mittwochvormittag veröffentlicht wurde. In ihrer Gemeinschaftsdiagnose prognostizierten die Konjunkturforscher demnach einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung von 5,4 Prozent im laufenden Jahr.

Im Frühjahr waren sie noch von -4,2 Prozent ausgegangen. Für das Jahr 2021 rechnen die Forscher dann mit einer Erholung und einem Wachstum von 4,7 Prozent. Auch das ist weniger als noch im Frühjahr (5,8 Prozent) vorausgesagt.

Grund für die im Vergleich pessimistischere Einschätzung ist, dass die Institute den weiteren Erholungsprozess nunmehr etwas schwächer einschätzen als noch im Frühjahr. "Ein Gutteil des Einbruchs aus dem Frühjahr ist zwar schon aufgeholt, aber der verbleibende Aufholprozess stellt die mühsamere Wegstrecke zurück zur Normalität dar", sagte Stefan Kooths, Konjunkturchef des IfW Kiel. Gebremst wird die Erholung den Ökonomen zufolge unter anderem durch Branchen, die in besonderem Maße auf soziale Kontakte angewiesen sind, etwa Gaststätten und Tourismus, das Veranstaltungsgewerbe oder der Luftverkehr.

"Dieser Teil der deutschen Wirtschaft wird noch längere Zeit unter der Corona-Pandemie leiden und erst dann am Erholungsprozess teilhaben, wenn Maßnahmen zum Infektionsschutz weitgehend entfallen, womit wir erst im nächsten Sommerhalbjahr rechnen", so Kooths. Zudem bremst die Investitionszurückhaltung der Unternehmen den Aufschwung. Maßgeblich getragen wird die Erholung von den Exporten, die im Zuge der Krise besonders drastisch eingebrochen waren.

Das Vorkrisenniveau der Wirtschaftsleistung wird den Wirtschaftsforschungsinstituten zufolge voraussichtlich erst Ende 2021 erreicht. Die Wirtschaftsleistung liege dann 2,5 Prozent unter dem Niveau, welches ohne die Pandemie hätte erbracht werden können, hieß es. Erst Ende 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder normal ausgelastet sein. "Mit dem Aufholen des Einbruchs sind die Krisenfolgen keineswegs ausgestanden", so Kooths weiter. "Auch die Produktionskapazitäten dürften mittelfristig gut ein Prozent niedriger sein, als es Vorkrisenschätzungen ergaben." Der Corona-Effekt auf das Produktionspotenzial sei allerdings weiterhin sehr unsicher, weil sich derzeit kaum absehen lasse, welche längerfristigen Schäden die Krise hinterlasse und wie die wirtschaftspolitischen Reaktionen wirkten. Das größte Risiko für die Prognose bleibe der ungewisse Pandemieverlauf, fügten die Institute hinzu. Zu den Wirtschaftsinstituten, die zweimal jährlich Diagnosen über die wirtschaftliche Lage in Deutschland erstellen, zählen das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH Halle), das Münchener Ifo-Institut, das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW) und das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.

Zurück zur Rubrik Wirtschaft Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Wirtschaft Deutschland

mercedes_pixa_24092021

Stuttgart | Mercedes-Kunden müssen auf ein neues Auto teilweise schon mehr als ein Jahr warten. "Ja, die Nachfrage ist bei Mercedes-Benz enorm und gleichzeitig gibt es derzeit leider starke Einschränkungen", sagte Daimler-Vorstandschef Ola Källenius der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe). Schuld daran ist die Halbleiter-Krise, die immer wieder für Produktionsunterbrechungen sorgt.

immobilie_pixabay_24092021

Wohnimmobilienpreise steigen weiter

Wiesbaden | Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal um durchschnittlich 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen.

bmw_mb_pixabay_21092021

Berlin | Weil die Autoindustrie nicht auf ihre Forderungen nach einem Verbrennerausstieg bis zum Jahr 2030 eingegangen ist, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nun offiziell Klage gegen BMW und die Daimler-Tochter Mercedes eingereicht. "Es ist genauso eingetreten, wie wir es uns gedacht haben", sagte ein DUH-Anwalt dem "Handelsblatt". Am Montagabend seien die Klageschriften deswegen jeweils an die Landgerichte in München und Stuttgart rausgegangen.

Bundestagswahl 2021

Bundestagswahl 2021 bei report-K

Am 26. September wählt Deutschland, NRW und Köln einen neuen Bundestag. report-K berichtet den ganzen Tag über die Wahl, die Wahlbeteteiligung und ab 18 Uhr aus dem Historischen Rathaus und von den Wahlpartys der Parteien in Köln. Alle Fakten und Daten deutschlandweit und Köln mit einem speziellen Fokus auf Köln und Interviews mit Kölner Spitzenpolitiker*innen im report-K-Liveticker ab 18 Uhr.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >