Bewegung, Veränderung und formende Hände
Da das Thema bei der Gestaltung diesmal von der KVB freigestellt wurde, überlegten sich die Schüler gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Monika Ficon und dem Grafikkenner Mutlu Kuzey welches Thema sie vermitteln wollen. Dieses war mit dem Oberbegriff „Bewegung“ schnell gefunden. Zusätzlich wollten die Schüler Veränderung thematisieren. Von den Kürzeln KVB und TBR ausgehend, kreierten sie zwei Slogans, die ebenfalls den Bus zieren: „Kölner Pänz Verändern Bewegung“ und „ZukunfT Bewegt PeRsonen“. So sollte die Zugehörigkeit des ÖPNV zur Schule und zur Stadt dargestellt werden. Die „knetenden“  Hände auf dem Bus symbolisieren hierbei, neben den Bewegungsaspekt, wie die Mobilitätsbedürfnisse der Schüler das Verkehrsangebot formen.

Schade war, dass die jungen Künstler selbst bei der heutigen Vorführung zunächst kaum zu Wort kamen. Erst nachdem vonseiten der Erwachsenen bereits die wesentlichen Aspekte zu diesem Projekt erzählt wurden, konnten die Schüler etwas zur Arbeit erzählen. Leider blieb ihnen dann nichts anderes mehr übrig, als größtenteils ihren Spaß an der Arbeit kundzutun – der Kuchen war sprichwörtlich aufgegessen.

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Die Hände symbolisieren Bewegung und wie die Bedürfnisse der jungen Menschen den ÖPNV formen.

ÖPNV, Bildende Kunst und junge Menschen zusammenbringen
„Es ging uns bei dem Projekt um einen ganzheitlichen Ansatz“, sagte heute KVB-Vorstandssprecher Jürgen Fenske. „Die Schüler sollten sich mit dem kreativen als auch dem Produktionsbereich frei beschäftigen.“ Das Ziel der Aktion sei es, dass der ÖPNV und Bildende Kunst von und mit jungen Menschen zusammengebracht werden. Wie sich junge Menschen mit dem Thema „ÖPNV“ auseinandersetzen, sei eine Frage, die die KVB sehr interessiere, besonders, da laut Fenske die Zahlen der Führerscheinquote bei 18-Jährigen seit Jahren „nachhaltig und signifikant“ zurückgingen.

Zukunft in Händen der Kinder
Die Entscheidung für den Sieger sei der sechsköpfigen Jury zwar nicht leicht gefallen, wie sie in ihrem Statement zur Entscheidung bekannt geben, zum Schluss sei die Wahl aber doch auf den Entwurf der TBR gefallen, da dieser „mit einer verblüffend einfachen formalen Lösung“ die Blicke auf sich ziehe und Raum für Vielfältige Interpretationen biete. Quietschgelb ist er geworden – der selbstgestaltete Bus –, an den Seiten sieht man mehrere Hände, die diesen zu bewegen scheinen. „Der Entwurf vereinigt auf einfache Weise wunderbar die Idee der Integration, veranschaulicht die Kräfte, die in einer gemeinsamen Aktion freigesetzt werden können und blickt optimistisch in die Zukunft. Denn die kann nur in den Händen der heutigen Kinder liegen“, heißt es weiter in der Urteilsbegründung der Jury.

Auch in Zukunft von Schülern gestaltete Busse in Köln
Insgesamt haben elf Klassen aus acht Kölner Schulen am Wettbewerb teilgenommen. Die Aktion „Schüler gestalten einen Bus“ soll unbedingt weitergeführt werden. „Nachdem man nun solch gute Erfahrungen sammeln konnte, werden die KVB auch für die kommenden Jahre einen Wettbewerb ausschreiben“, teilte Fenske mit. Ob dann das Thema wieder frei ausgewählt werden kann oder wie im letzten Jahr vorgeschrieben wird, steht noch nicht fest. Die Schüler waren sich jedoch einstimmig einig, dass die freie Wahl, obwohl schwieriger, sehr viel besser sei. Diese Begeisterung könnte einen großen Einfluss auf die Entscheidung der Betriebe ausüben.

Dominic Röltgen für report-k.de | Kölns Internetzeitung

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