Köln | Links und rechts am Alter Markt standen die Zuschauer manchmal so dicht gedrängt, dass, wäre es nicht Nachts gewesen meinen könnte, die warten alle auf den Rosenmontagszug. Nein, der Geisterzug 2020 war kein Karnevalsumzug, sondern eine waschechte Demonstration „Jeister för Zokunf“. Zwei Dinge fallen auf: Die Teilnehmer haben weniger Müll hinterlassen und die politischen Botschaften hielten sich die Waage mit denen, die nur Streetparty feiern wollten.

Geisterzug-Initiator Erich Hermanns paddelte im Böötchen statt Sänfte durch den Zug. Eine Vorsorgemaßnahme bei steigendem Meeresspiegel sei das, so Hermann. Viele Themen drehten sich im Zug um den Klimawandel. Auch die Gruppe „Extinction Rebellion“ schloss sich dem Geisterzug an. Ein Schild „Wohnung gesucht“ machte auf die schwierige Wohnsituation vieler Menschen aufmerksam. Auch zu Jobs oder gegen rechte Tendenzen in der Gesellschaft gab es Kritik.

Es dürften wesentlich mehr als die 2.000 angemeldeten Teilnehmer gekommen sein. Auffällig war, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weniger Müll hinterließen und wenn, dann die Flaschen am Rand abstellten, die die AWB einsammelte. Der Appell der Macherinnen und Macher des Geisterzuges fruchtete.

Autor: Andi Goral