Köln Nachrichten Köln Nachrichten

kuepper_preis_step_26052020

Christoph Kuckelkorn, Präsident Festkomitee Kölner Karneval, Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Kölnkongress-Chef Bernhard Conin im Gürzenich.

Büttenredner Karl Küpper: Ein Vorbild für Zivilcourage – bis heute

Der kritische Büttenredner Karl Küpper wird zu seinem 50. Todestag mit einer Gedenkplakette im Gürzenich und mit einem jährlichen Preis mit seinem Namen geehrt.

Köln | Karl Küpper war einer der besten und bekanntesten Karnevalisten und das weit über die Stadtgrenzen Kölns hinaus. Seine Büttenreden waren in den Sälen legendär. Küpper verstand die Karnevalszeit als Zeit der Kritik und der Meinungsfreiheit. Damit wurde er zum Vorbild weit über den Karneval hinaus. Trotz brutaler Repressalien und Redeverbots vonseiten des NS-Regimes vertrat der Kölner weiter offen seinen Standpunkt und zeigte damit ein hohes Maß an Zivilcourage. „Der Narr oder Karnevalist ist nicht nur zur Unterhaltung da, er hat auch eine soziale Aufgabe: nämlich der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten und damit Missstände aufzuzeigen. Das hat Küpper gemacht wie kaum ein Zweiter“, sagt Bernhard Conin, Vorsitzender der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums.

Vor 50 Jahren ist Küpper gestorben, dessen Wirken in seiner Heimatstadt lange in Vergessenheit geraten war. Erst spät wurde sein Engagement in dunkelster Zeit deutscher Geschichte entsprechend aufgearbeitet und wissenschaftlich gewürdigt. „Auch mit dem nach ihm benannten Platz blieb das Gedenken an ihn aber noch unvollendet. Nun ist mit dem 50. Todestag der gebotene Anlass gekommen, um Karl Küpper angemessen zu würdigen. Dafür gibt es keinen besseren Platz als in diesem altehrwürdigen Festhaus. Hier erinnern wir an Toleranz und Zivilcourage“, erklärt Conin bei der Enthüllung einer Plakette im Foyer des Gürzenichs, wo Küpper in seiner aktiven Zeit als Büttenredner viele Auftritte hatte.

Um das Gedenken nachhaltig zu gestalten, wird es zusätzlich einen jährlichen, mit 10.000 Euro dotierten Karl-Küpper-Preis geben, der, wenn es die Situation in der Corona-Krise zulässt, im November erstmals verliehen werden soll. Initiatoren des Preises waren das Festkomitee und die Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums. „Auch heute braucht es noch Menschen, die sich öffentlich für den Schutz der Demokratie einsetzen und die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form der Diskriminierung stellen. Diese Menschen und ihr Engagement möchten wir mit der Vergabe des Preises würdigen“, sagt Festkomiteepräsident Christoph Kuckelkorn. Die Auswahl der Preisträger übernimmt eine fünfköpfige Jury. Zu dieser gehören neben Kuckelkorn und Conin auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der Direktor des NS-Dok, Werner Jung, und ein Vertreter der Familie Küpper. Verliehen wird der Preis von der OB, die die Patenschaft dafür übernommen hat.

„Ein Mensch wie Karl Küpper wäre auch jetzt in unserer Zeit gefragt. Hass und Gewalt gegen geflüchtete Menschen, Juden, Amtsträger oder gegen den gesamten Staat haben in Köln nichts zu suchen. Da bekommen die Kölner ihren 'Arsch huh'. Der Preis soll künftig Menschen dazu ermuntern, Karl Küpper nachzueifern und für unsere Demokratie einzutreten. Ich wünsche mir auch jetzt in den Zeiten von Corona mehr Zivilcourage“, erklärt Reker. Demokratie lebe von der Meinungsfreiheit und es brauche auch die Unbequemen, um daran zu erinnern, wie Meinungsfreiheit gelebt werde. „Aber es ist wichtig, dass sich die Teilnehmer jetzt bei Demonstrationen an die Maskenpflicht und die Abstandsregeln halten, um andere Menschen nicht in Gefahr zu bringen.“

Zurück zur Rubrik Köln Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Köln Nachrichten

Köln | Die NRW-Landesregierung will in der zweiten Jahreshälfte vier zusätzliche Sonntagsöffnungen von Geschäften gestatten. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisiert diesen Vorstoß der Landesregierung.

Köln | Die Reiterstatue an der Hohenzollernbrücke, die Kaiser Wilheilm II zeigt war mit Farbe beschmiert worden. Die Stadt Köln ließ das Denkmal wieder reinigen. Das Denkmal ist jetzt mit enem Graffitischutz versehen worden.

Köln | aktualisiert | Heute morgen um 8:20 Uhr hat die Kölner Polizei die Haltestelle "Hansaring" der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) für rund zwei Stunden gesperrt. Grund ist der Verdacht auf eine ätzende Flüssigkeit, die dort an der Wand einer Rolltreppe aufgebracht worden war.

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >