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Katherine Snetson verlegt mit Gunter Demnig die Stolpersteine, die an ihre Eltern und ihren Bruder erinnern.

Gunter Demnig: 45 neue Stolpersteine in Köln – auch für Hilde Domin

Köln | Gunter Demnig im Großeinsatz: An 18 Orten verlegte er zu Wochenbeginn in Köln 45 Stolpersteine. Zwei hatten Schüler der Olympiaschule gespendet. Die Messingtafeln erinnern an Opfer der Nazi-Diktatur: Juden, Roma und Sinti, Zeugen Jehovas, Kriegsdienstverweigerer, Homosexuelle, Mitglieder von Gewerkschaften oder SPD und KPD.

„Spektakulär“ findet Katherine Snetson das Erinnerungs- und Gedenkprojekt des Kölners Demnig. Dumm seien Argumente gegen die Stolpersteine, mit denen etwa in München deren Verlegung verhindert wird. Snetson ist extra aus diesem Anlass nach Köln gekommen, weil an diesem Tag vor dem Haus Stadtwaldgürtel 65 zwei der Messingtafeln verlegt werden. Sie erinnern an ihre Eltern Hildegard und Friedrich Kaufmann und ihren Bruder Walter. Die Eltern konnten 1938 in die USA flüchten, der Bruder starb 10-jährig in der Schweiz, wo man ihn hin gebracht hatte.

Im Pflaster lagen schon fünf Steine für die Familie Kaufmann: Das Ehepaar Ruth und Ernst (Bruder von Friedrich, mit dem zusammen er das erfolgreiche Textilunternehmen Rollmann & Rose führte) und die beiden Söhne Thomas und Stephan wurden in Auschwitz ermordet, Katherine Snetsons Oma Bertha starb im Internierungslager Westerbork. Diese Steine haben Veit Otto und seine Ehefrau Barbara gespendet, das Kölner Ehepaar hat selber zwei Söhne und fühlte sich so für dieses Gedenken verantwortlich.

Die 4. Klassen der Olympiaschule Widdersdorf spendeten drei Stolpersteine

Das Geld für die drei neuen Stolpersteine haben die 4. Klassen der Olympiaschule Widdersdorf durch den Verkauf von selbstgebackenem Kuchen gesammelt. Seit vier Jahren ist der Holocaust dort Thema im Religionsunterricht, seit dem fragt die Schule jedes Jahr beim NS-Dokumentationszentrum nach, wo sie wieder für Stolpersteine spenden können. Auch diesmal kamen wieder alle Schülerinnen und Schüler zur Verlegung und legten Blumen nieder. Für die 10-jährige Kira eine Selbstverständlichkeit: „Damit man daran denkt, wie schlimm das damals war.“ Marco Reinhardt und Rudolf Rumstain lieferten für die kurze Zeremonie die musikalische Untermalung.

Am Stadtwaldgürtel hatte Demnig am Montag begonnen, es folgten bis Mittwoch die weiteren Stolpersteine. Unter anderem vor dem Haus Lübecker Straße 22. Es war eines der „Ghettohäuser“, in denen die jüdische Bevölkerung ab 1941 von den NS-Behörden zusammengelegt wurde. Hier lebte für kurze Zeit auch Elise Kaufmann, unverheiratete Tochter des Deutzer Metzgers Leopold Kaufmann. Im Oktober wurde sie mit 1.000 anderen Kölner Juden ins Ghetto Litzmannstadt/Lodz deportiert, im September 1942 in Auschwitz ermordet. Pate der Erinnerungstafel ist das benachbarte Hansa-Gymnasium.

Vor dem Haus Riehler Str. 23 erinnert jetzt ein Stolperstein an die Dichterin Hilde Domin, ihre Eltern Eugen und Pauline Löwenstein und ihren Bruder Hans Artur. Die Eltern konnten 1940 in die Dominikanische Republik, der Bruder schon 1936 in die USA auswandern. Hilde Domin zog mit ihrem Mann schon 1932 nach Italien, 1939 wurden beide als Juden nach Großbritannien ausgewiesen.

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