Kultur Bühne

Britny_ehu_20317

Wollen in der Gender-Diskussion „Hedonismus und Intellekt“ zusammenführen: Die Schauspiel-Mitarbeiterinnen Charlotte Sprenger, Pinar Karabulut, Andrea Imler und Matthias Köhler.

„Britney X“: Vier Tage Festival über Genderfragen in Köln

Köln | Nicht erst seit Trump und AfD kehren das patriachalische Führersystem und die alte Geschlechterrollen-Verteilung zurück, sind Charlotte Sprenger, Pinar Karabulut, Andrea Imler und Matthias Köhler vom Schauspiel Köln überzeugt. Darum haben sie das Festival „Britney X“ aus der Taufe gehoben: Vier Tage lang soll über „Gender, Feminismus, Diversity und Sex“ diskutiert werden – und dabei „Hedonismus und Intellekt“ zueinander finden.

Ort des Geschehens ist die neue Außenspielstätte des Schauspiels am Offenbachplatz, das dortige Cafe „Britney“ hat dem Festival den Namen gegeben. Das X im Titel steht für die sexuelle Orientierung eines Menschen – wie bei einer mathematischen Variablen kann man alles dafür einsetzen: Mann, Frau, Trans*, Intersex*, Butch, Femme, straight, homo-, bi-, pan- oder sapiosexuell. Ganz egal – denn wichtig ist allein der Mensch, betont das Quartett.

Jeder Tag beginnt um 15 Uhr mit Yoga – dafür muss man keinen Knack-Arsch haben, keine Klitoris und kein Anhänger von Analsex sein, formulieren sie mit der Deutlichkeit, die der Szene eigen ist. Ab 22 Uhr klingt der Tag mit einer Party aus. Dann laden unter anderem die Kölner Band Silentonic oder der Londoner Sound-Artisten William Fussell zum Entspannungstanz ein.

Dazwischen Vorträge, Performances, Theater, Workshops. Da geht es um Körpergefühl, In-Vitro-Fertilisation, um Selbstverstümmelung, sexuelle Gewalt, Gleichberechtigung, intime Geheimnisse oder geschlechtslose Übermenschen. Aus Berlin kommt das Gorki-Theater und aus Wien die Wien die Soziologin Lisbeth N. Trallori, um über „Männliche Wunschproduktionen“ zu sprechen. Einige Pogrammpunkte beziehen auch den Offenbachplatz ein.

Ziel ist, über das Festival die Gesellschaft offener zu machen für mehr „mehr pussypower, queerness, diversity und empowerment“ (man spricht englisch). Zwar gestehen die Vier Köln eine gewisse Tolerenz zu, die sich etwa beim CSD zeigt. Doch das reicht ihnen nicht, immer noch würden Minderheiten marginalisiert. Sie vermissen die breite öffentliche Diskussion – das Festival soll dazu anregen.

Festival „Britney X“
23. bis 26. März 2017, jeweils ab 15 Uhr
Schauspiel Köln
Außenspielstätte am Offenbachplatz,
Tagespass: 22/12 Euro, Festivalpass: 44/22 Euro.
Karten: Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße

Zurück zur Rubrik Bühne

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Bühne

theater_Mirko_Plengenmeyer_ehu_23_06_17

Köln | Seit Jahren treffen sich die fünf zu einer „coolen“ Silvesterparty. Doch diesmal läuft die Stimmung aus dem Ruder: Statt fröhlich auf das neue Jahr anzustoßen, sind plötzlich lautstarke Selbstzweifel angesagt. In „Nicht jetzt!“ bündeln sich die Fragen nach der Zukunft und dem Selbst. Jetzt hatte das Stück Premiere im Freien Werkstatt-Theater.

MeyerOriginals_ehu_22_06_17

Köln | „Es hat sich bewährt, die Spielzeit unter ein Motto zu stellen“, sagt Gerhard Seidel. „Man muss sich aber auch eng daran halten“, ergänzt der Ko-Chef des Freie Werkstatt-Theaters (FWT). Für die kommende Spielzeit 2017/18 steht das Programm unter dem Leitthema „Lüge und Wahrheit“. Fünf Neuproduktionen werden sich damit beschäftigen.

Berlin | Der Filmregisseur Wim Wenders hat anfängliche Vorurteile gegenüber der Kunstform Oper gehabt: "Oft habe ich in der Oper bald das Interesse verloren, visuell zumindest, und gedacht, wenn ich die Augen zumache, gefällt es mir besser", sagte Wenders anlässlich seiner Inszenierung an der Berliner Staatsoper der Wochenzeitung "Die Zeit".

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

digital_21122014

Aktuelle Nachrichten zur Netzpolitik und Netzökonomie in Deutschland.
---
Digitale Gadgets