Berlin | AfD-Chef Alexander Gauland hält die Menschen in Ostdeutschland für aufgeweckter als die Westdeutschen. „Ich glaube, die Ostdeutschen sind wacher und durch die Bürgerrechtsbewegung 1989 auch geschulter darin, Probleme zu erkennen, die im stärker vom Wohlstand geprägten Westdeutschland nicht so klar gesehen werden“, sagte Gauland dem „Playboy“. Die AfD war in Ostdeutschland bei der Bundestagswahl auf 22,5 Prozent der Stimmen gekommen.

„Pegida Dresden“ sei „immer ein interessanter Partner“ gewesen, sagte der in Chemnitz geborene AfD-Mitgründer. Mit den 255 politisch motivierten rechten Straftaten allein im ersten Jahr der Gida-Bewegung nach dem Dresdener Debüt wollte Gauland nicht in Verbindung gebracht werden. Er „glaube nicht, dass Pegida Dresden in irgendeiner Weise zu rechtsradikalen Straftaten beigetragen hat“, so Gauland.

Es gebe „Gidas, die sind Vorfeldorganisationen der NPD, und zu denen habe ich weder Kontakt noch will ich ihn haben“, sagte der AfD-Chef. Bezogen auf Äußerungen von Parteifreunden wie André Poggenburg und Björn Höcke erklärte sich Gauland für unzuständig. Man sei in der AfD „in einzelnen Fragen unterschiedlicher Meinung“, sate er und ging selbst zum letztjährigen Wahlprogramm der eigenen Partei auf Distanz.

Die darin formulierte Forderung, die NATO-Mitgliedschaft der Türkei zu beenden, kommentierte Gauland im Playboy mit den Worten: „Das habe ich nie gesagt. Ich weiß nicht, woher Sie das haben.“

Autor: dts