Wirtschaftsnachrichten Digitalisierung

network2032013

Bitkom: Netzausbau sollte nicht auf Glasfaser verengt werden

Berlin | Der Digitalbranchenverband Bitkom hat beim Ausbau der Netzinfrastruktur in Deutschland mehr Flexibilität statt Fokussierung auf Glasfaser gefordert.

"Ich finde, die Diskussion ist zu sehr auf das sehr leistungsfähige, aber auch kostspielige Glasfaserangebot verengt", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagsausgaben). "Der komplette Ausbau dieser Netzinfrastruktur würde bedeuten, rund eine Million Kilometer Glasfaser zu verlegen. In einem Rutsch funktioniert das ohnehin nicht. Wir können nicht von heute auf morgen alle Straßen aufreißen, Vorgärten aufgraben und in den Häusern Schlitze klopfen", so Rohleder. Es sei auch in Zukunft kaum zu erwarten, dass der Bedarf in dem Ausmaß steigt, dass sich Glasfaser überall für private und geschäftliche Kunden rechne.

"Viele Machine-to-Machine-Anwendungen, beispielsweise im Automobilbereich, benötigen ohnehin Mobilfunk- statt Festnetzanschlüsse. Durch die neuen Standards in der Funktechnologie können zum Beispiel Autos untereinander in Echtzeit kommunizieren. Dafür brauche ich den neuen Mobilfunk mit 5G, nicht die Glasfaser", sagte Rohleder dem RND. "Ich werbe für einen Infrastruktur-Wettbewerb mit einem sinnvollen Technologiemix. Das Ziel muss Gigabit für alle bis 2025 sein."

Studie: Breitband-Ausbau kommt nur schleppend voran

Der Breitband-Ausbau in Deutschland kommt nur schleppend voran. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über welche die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Dienstagsausgaben berichten. Demnach verfügen inzwischen 31,3 Millionen und damit 76,9 Prozent der Haushalte in Deutschland über Internetverbindungen mit mehr als 50 MBit pro Sekunde – vier Millionen mehr als Mitte 2015, was einem Plus um 8,1 Prozentpunkte entspricht.

"Ländliche Regionen weisen nach wie vor einen großen Rückstand auf städtische Regionen auf", heißt es in der Studie. "Die Schere schließt sich kaum, denn das Ausbautempo ist nahezu identisch." Gewinner sind die städtisch geprägten Kreise in Deutschland.

Dort entstanden in den vergangenen zwei Jahren durch Netzausbau schnelle Internetverbindungen für rund 1,7 Millionen Haushalte. In großen Teilen von Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Ostbayern haben höchstens 72 Prozent der Haushalte Zugang zu Internetanschlüssen mit mehr als 50 MBit pro Sekunde. Anders sieht es dagegen in Großstädten und Ballungsräumen aus: Vorn liegt Regensburg, wo alle Haushalte über Internetzugang mit mehr als 50 MBit pro Sekunde verfügen, in Bonn und Leverkusen sind es jeweils 98 Prozent, in Wolfsburg 97 Prozent, in Potsdam 93 Prozent und in Berlin 91 Prozent.

Ganz hinten liegen der Wartburgkreis mit 20 Prozent, der Eifelkreis mit 24 Prozent der Bördekreis in Sachsen-Anhalt mit 25 Prozent. Der Zuwachs bei schnellen Internetverbindungen seit 2015 basiert laut IW-Studie nur zum Teil auf echtem Zubau. Hintergrund ist, dass die Zahl der Haushalte in Deutschland als Folge von Zuwanderung und des Trends zu Single-Wohnungen in den vergangenen zwei Jahren um rund eine Million gestiegen ist.

Von den vier Millionen Haushalten, die jetzt laut offizieller Statistik zusätzlich mit schnellem Internet ausgestattet sind, nutzen laut IW-Studie 700.000 bereits bestehende Strukturen.

Zurück zur Rubrik Digitalisierung

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Digitalisierung

digitalisiering_pixabay_21082018

Berlin | Der Landkreis München ist von allen deutschen Regionen am besten auf die Digitalisierung vorbereitet. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Stadt München und Erlangen mit ebenfalls hervorragenden Digitalisierungschancen. Das ist das Ergebnis des Digitalkompass 2018, einer empirischen Studie der Forschungsunternehmen Prognos und Index.

Berlin | Die Grünen und der Kulturrat haben deutliche Zweifel an der Zuständigkeit für die Computerspieleförderung innerhalb der Bundesregierung angemeldet. Es stelle sich die Frage, "bei welchem Erfolgsprojekt sich das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die erforderliche Kompetenz erarbeitet hat, die Games-Förderung zu betreuen", sagte die Grünen-Digitalpolitikerin Tabea Rößner dem "Handelsblatt". Das Verkehrsministerium hob dagegen die eigene Expertise hervor.

18092018_KarlheinzLand

Der Unternehmensberater, Digitalisierungsexperte, Unternehmer und Buchautor Karl-Heinz Land war am gestrigen Montag zu Gast in der Redaktion von Report-k.de. Vor dem Mikrofon beantwortete er Fragen zur Digitalisierung, ihrer Bedeutung und den Konsequenzen für Mensch, Wirtschaft und Gesellschaft.

Ehrenamtspreis Köln 2018

ehrenamtspreis_zusammen_31082108neu_klein

Die Kölner Ehrenamtspreisträger 2018

In einer Multimedia-Reportagereihe beschäftigte sich report-K Redakteur Ralph Kruppa im Vorfeld des Kölner Ehrenamtstages am 2. September 2018 mit den Gewinnern des Ehrenamtspreises der Stadt Köln in den Kategorien Einzelpersonen und Vereine/Initiativen. Ergebnis ist eine Serie, die eine beeindruckende Vielfalt an Themen sowie einen Einblick in die Geschichten der einzelnen gewürdigten Persönlichkeiten zeigt.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

KARNEVAL NACHRICHTEN