Wirtschaftsnachrichten Digitalisierung

Kommunen fordern Hilfe des Bundes bei Digitalisierung

Berlin | Der Städte- und Gemeindebund hat vom Bund finanzielle Unterstützung bei der Digitalisierung der Kommunen gefordert. "Für die digitale Transformation muss der Bund 500 Millionen Euro jährlich zusätzlich bereitstellen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). "Außerdem brauchen wir ein Kompetenzzentrum, das die Kommunen bei der Digitalisierung berät."

Aufgabe eines solchen Zentrums wäre etwa, "den Bürgern klar zu machen, dass die Chancen der Digitalisierung, wenn man sie vernünftig gestaltet, deutlich größer sind als die Risiken". Das Thema "Digitales" steht am heutigen Donnerstag auch auf der Tagesordnung der Sondierungen zwischen Union, FDP und Grünen. In den kommenden Wochen will der Städte- und Gemeindebund verstärkt für das Digitalisierungsthema werben - mit einem Forderungskatalog, den der IT-Verband Bitkom mitentwickelt hat.

"Die Kommunen brauchen Geld und Know-how, um sich schneller und erfolgreicher als bislang digitalisieren zu können", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder dem "Handelsblatt". Derzeit verlören die Kommunen aber viel Geld und Zeit, "weil das Rad zu oft neu erfunden wird". Daher sei ein "konzertiertes Vorgehen" des Bundes, der Länder und Gemeinden nötig.

Landsberg mahnte einen weiteren Ausbau des schnellen Internets auf dem Land an. Überlegungen der Grünen, der FDP und Teilen der Union, die Bundesanteile an Post und Telekom verkaufen, um den Breitbandausbau zu fördern, sieht er aber kritisch. "Wenn ich mir die Steuereinnahmen des Bundes und das Wirtschaftswachstum anschaue, dann hängt der Erfolg des Breitbandausbaus sicher nicht am Verkauf der Telekom-Aktien."

Vielmehr sollten die "wahnsinnig vielen bürokratischen Hemmnisse" abgebaut werden. Denn, so Landsberg: "Die Bundestagswahl hat gezeigt, dass Wähler in abgehängten Regionen zur Wahl extremer Parteien neigen." Landsberg warnte in diesem Zusammenhang, das Veränderungspotenzial der Digitalisierung zu unterschätzen. "Es ist ein Prozess, der von der Wucht her vergleichbar ist mit der Reformation", sagte er. Verwaltung, Produktionsprozesse, Arbeitsvorgänge, Gesellschaft – alles werde sich verändern, sagte er. Deshalb gelte es, die Digitalisierung selbst in die Hand zu nehmen, sonst werde man digitalisiert. "Ein Bürger, der bei Amazon rund um die Uhr alles bestellen kann und am nächsten Tag die Bestellung geliefert bekommt, der erwartet Ähnliches auch von einer modernen Verwaltung", sagte er. Ob Menschen sich in einer Stadt wohl fühlten, hänge insbesondere genau davon ab.

Zurück zur Rubrik Digitalisierung

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Digitalisierung

Berlin | Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm will den US-Internetkonzernen Google und Facebook eine europäische Digitalplattform mit Qualitätsinhalten von öffentlich-rechtlichen, privaten und staatlichen Anbietern entgegenstellen.

digitalisiering_pixabay_21082018

Berlin | Der Landkreis München ist von allen deutschen Regionen am besten auf die Digitalisierung vorbereitet. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Stadt München und Erlangen mit ebenfalls hervorragenden Digitalisierungschancen. Das ist das Ergebnis des Digitalkompass 2018, einer empirischen Studie der Forschungsunternehmen Prognos und Index.

Berlin | Die Grünen und der Kulturrat haben deutliche Zweifel an der Zuständigkeit für die Computerspieleförderung innerhalb der Bundesregierung angemeldet. Es stelle sich die Frage, "bei welchem Erfolgsprojekt sich das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die erforderliche Kompetenz erarbeitet hat, die Games-Förderung zu betreuen", sagte die Grünen-Digitalpolitikerin Tabea Rößner dem "Handelsblatt". Das Verkehrsministerium hob dagegen die eigene Expertise hervor.

Ehrenamtspreis Köln 2018

ehrenamtspreis_zusammen_31082108neu_klein

Die Kölner Ehrenamtspreisträger 2018

In einer Multimedia-Reportagereihe beschäftigte sich report-K Redakteur Ralph Kruppa im Vorfeld des Kölner Ehrenamtstages am 2. September 2018 mit den Gewinnern des Ehrenamtspreises der Stadt Köln in den Kategorien Einzelpersonen und Vereine/Initiativen. Ergebnis ist eine Serie, die eine beeindruckende Vielfalt an Themen sowie einen Einblick in die Geschichten der einzelnen gewürdigten Persönlichkeiten zeigt.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

KARNEVAL NACHRICHTEN