Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

postkasten_1492012

Bericht: Deutsche Post erhöht Porto für Standardbrief auf 80 Cent

Bonn | aktualisiert | Die Deutsche Post will im Zuge der am 1. Juli geplanten Anhebung bis zu ein Drittel mehr Porto verlangen. Das Porto für den Standardbrief erhöhe sich von 70 Cent auf 80 Cent, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagsausgabe) unter Berufung auf eigene Informationen. Eine Postkarte solle künftig 60 Cent kosten statt bislang 45 Cent.

Auch alle anderen Briefarten würden deutlich teurer. Die Post habe ersten Großkunden vorab mitgeteilt, wie stark sie die einzelnen Preise anheben will, berichtet die Zeitung weiter. Demnach sollen die Portos für den Kompakt-, den Groß- und den Maxibrief um jeweils 10 Cent klettern.

Auslandssendungen würden um 20 Cent teurer, Einschreiben um 5 Cent, berichtet die Zeitung. Voraussetzung für die Umsetzung der Pläne des Bonner DAX-Konzerns ist eine Entscheidung der Bundesnetzagentur, die in der kommenden Woche erwartet wird. Die Behörde hat der Post einen Preiserhöhungsspielraum von 10,63 Prozent vorgeschlagen und will Ende Mai endgültig darüber befinden.

Von der größten Portoerhöhung aller Zeiten seien in erster Linie Privatkunden und kleine Unternehmen betroffen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Großkunden sollten durch eine Anhebung der Rabatte vorerst weitgehend verschont bleiben. Allerdings gälten die höheren Rabatte nur bis Jahresende.

Danach müssten sich auch die großen Geschäftskunden auf einen beträchtlichen Preissprung einstellen, berichtet die Zeitung weiter.

Wettbewerbsexperte kritisiert bevorstehende Portoerhöhungen

An der bevorstehenden Portoerhöhung der Deutschen Post regt sich Widerstand: In den kommenden Tagen will die Post den neuen Preis für den Standardbrief bekanntgeben, im Gespräch sind 80 oder gar 90 Cent gegenüber den aktuellen 70 Cent. "Mich erinnert die Aktion an die Bürgermeisterwahlen in Istanbul. Wenn mir ein Ergebnis nicht gefällt, lasse ich neu wählen", sagte Justus Haucap, Wirtschaftswissenschaftler und früherer Chef der Monopolkommission, der "Welt" (Freitagsausgabe).

Was da ablaufe, "ist schon eine Frechheit", so der Wettbewerbsexperte weiter. Zunächst hatte die für das Porto zuständige Bundesnetzagentur eine Erhöhung von rund fünf Prozent für die gesamten Gebühren im Briefversand genehmigt. Die Post war damit nicht zufrieden gewesen und schaltete das Bundeswirtschaftsministerium ein.

Daraufhin stellte die Netzagentur neue Berechnungen an und gestand der Post mit zehn Prozent als Erhöhungsspielraum genau den doppelten Wert zu. "Die Bundesregierung hat mit ihrem Vorgehen die Preisregulierung nahezu ausgehebelt. Mein Eindruck ist, dass der Post fast jeder Wunsch von der Politik erfüllt wird", sagte Haucap.

Für Verbraucherschützer sei das Thema besonders frustrierend. "Zunächst gab es beim Briefporto in nur vier Jahren Preissteigerungen von insgesamt 27 Prozent. Und jetzt sollen noch einmal 15 Prozent oder gar 30 Prozent hinzukommen", so der Wettbewerbsexperte.

Bei einer Erhöhung um 30 Prozent - wenn es denn zu jenen 90 Cent kommen sollte - ergäben sich etwa 360 Millionen Euro an Mehreinnahmen für die Post allein bei den Privatkunden. Der Wirtschaftswissenschaftler kritisiert einen mangelnden Wettbewerb im deutschen Postmarkt. "Es ist schon grotesk. Während es auf dem Telekommunikationsmarkt durch moderne Regulierung einen ausgeprägten Wettbewerb gibt, herrscht auf dem Briefmarkt seit Jahrzehnten Stillstand", sagte Haucap der "Welt". Anscheinend könnten Politiker mit dem Thema Post keine politische Rendite einfahren. "In der Politik findet keiner das Thema Post sexy", so der Wettbewerbsexperte weiter. Notwendig sei ein neues Postgesetz.

"Zum Beispiel braucht die Deutsche Post keine Befreiung von der Mehrwertsteuer im Briefversand sowie bei Päckchen mehr, wie es sie aktuell gibt", so der frühere Chef der Monopolkommission. Diese Benachteiligung der privaten Postkonkurrenten müsse abgeschafft werden. Derzeit sei es möglich für die Post, Einnahmen aus dem Briefgeschäft für das notleidende Paketgeschäft zu nutzen. "Der Verdacht einer strategischen Quersubventionierung des wettbewerbsintensiven Paketmarkts durch den von Konkurrenz weitgehend befreiten Briefversand liegt sehr nahe", sagte Haucap der "Welt".

Zurück zur Rubrik Wirtschaft Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Wirtschaft Deutschland

Hamburg | Die Autokonzerne Daimler und BMW wollen über ihre Tochterfirma Free Now künftig die US-Firma Uber direkt angreifen. "Deswegen erweitern wir unser Angebot und werden jetzt auch Mietwagen mit Chauffeur anbieten", sagt der designierte Free Now-Chef Eckart Diepenhorst der Wochenzeitung "Die Zeit". Der neue Service werde in diesem Sommer starten.

Berlin | Das größte deutsche Kooperationsprojekt für den Ausbau von schnellem Glasfaserinternet steht unter Beobachtung des Bundeskartellamts. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, gibt es im Bundeskartellamt wettbewerbliche Bedenken gegen die Zusammenarbeit der Deutschen Telekom mit dem niedersächsischen Regionalanbieter EWE, die gemeinsam 1,5 Millionen Haushalte mit Gigabit-Leitungen versorgen wollen (Mittwochsausgabe).

Mannheim | Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im Juni deutlich verschlechtert: Der entsprechende Index brach um 19 Punkte von -2,1 Zählern im Mai auf nun -21,1 Punkte ein. Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Der Indikator befindet sich damit weiterhin unterhalb seines langfristigen Durchschnitts von 22,0 Punkten.

Interviews zur Europawahl 2019

koepfe_europawahl_2019

Interviews mit den Kandidaten zur Europawahl 2019

Die Redaktion von report-K fragte alle Parteien und Gruppierungen an und bat um die Nennung von Interviewpartnerinnen und -partner von Kandidatinnen und Kandidaten zur Europawahl 2019. Nicht alle Parteien antworteten oder schickten Kandidaten. Die Liste der Parteien, die keine Interviewkandidaten anboten, finden sie am Ende dieser Direktlinks zu den einzelnen Kandidateninterviews.

Martin Schulz, SPD, (kein Kandidat) im Europawahlkampf in Köln

Martin Schirdewan, Die Linke

Damian Boeselager, Volt

Marie-Isabelle Heiß, Volt Europa

Andre Veltens, Partei der Humanisten

Engin Eroglu, Freie Wählern

Christian Rombeck, Demokratie direkt

Fabienne Sandkühler, Partei der Humanisten

Michael Kauch, FDP

Murat Yilmaz, Die Linke

Eileen O‘Sullivan, Volt

Hans Werner Schoutz, LKR

Prof. Dr. Holger Schiele, LKR

Birgit Beate Dickas, Die Partei
Sabine Kader, Die Partei

Inga Beißwänger, Bündnis Grundeinkommen

Inessa Kober, MLPD

Fritz Ullmann, MLPD

Reinhard Bütikofer, Bündnis 90/Die Grünen

Katarina Barley, SPD

Gerd Kaspar, FDP

Moritz Körner, FDP

Philipp Tentner, SGP

Renate Mäule, ÖDP

Elisabeth Zimmermann-Modler, SGP

Arndt Kohn, SPD

Dietmar Gaisenkersting, SGP

Claudia Walther, SPD

Alexandra Geese, Bündnis 90/ Die Grünen

Nadine Milde, Bündnis 90/Die Grünen

Sandra Lück, Tierschutzpartei

Daniel Freund, Bündnis 90/Die Grünen

Nicola Beer, FDP Spitzenkandidatin

Axel Voss, CDU

Felix Werth, Partei für Gesundheitsforschung

Karin Schäfer, Die Violetten

Marion Schmitz, Die Violetten

Claudia Krüger, Aktion Partei für Tierschutz – Das Original - Tierschutz hier!

Dr. Tobias Lechtenfeld, Volt Europa

Friedrich Jeschke, Volt Europa

Michael Schulz, Die Grauen – Für alle Generationen

Chris Pyak, Neue Liberale

Christian Rombeck, Demokratie direkt

Georg Lenz, Die Partei

Niels Geucking, Familienpartei

Helmut Geucking, Familienpartei

Diese Parteien und Vereinigungen nahmen das Interviewangebot von report-K nicht wahr: Piratenpartei Deutschland, Graue Panther, DER DRITTE WEG,Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), DIE RECHTE,Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung, Menschliche Welt (MENSCHLICHE WELT), PARTEI FÜR DIE TIERE DEUTSCHLAND (PARTEI FÜR DIE TIERE), Alternative für Deutschland (AfD), Demokratie in Europa - DiEM25, Ökologische Linke (ÖkoLinX), Bündnis für Innovation & Gerechtigkeit (BIG), Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz (Tierschutzallianz), Bündnis C - Christen für Deutschland (Bündnis C), Bayernpartei (BP), Europäische Partei LIEBE (LIEBE), Feministische Partei DIE FRAUEN (DIE FRAUEN), Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU).

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

karneval_Koeln_20012019

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >

Kölner Karneval

karneval_Koeln_20012019

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >