Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft Deutschland

Markenverband fürchtet Produktfälschungen auf Online-Marktplätzen

Berlin | Der Markenverband warnt vor einer Vielzahl von Produktfälschungen auf Online-Marktplätzen. "Testkäufe zeigen, dass preisbewusste Verbraucher im Rahmen normaler Einkaufsvorgänge auf großen Online-Marktplätzen regelmäßig unwissentlich Fälschungen erwerben", sagte Christian Köhler, der Chef des Markenverbandes, der "Welt am Sonntag". Er forderte die Politik auf, endlich Maßnahmen dagegen zu ergreifen.

Mitarbeiter der Spitzenorganisation der deutschen Markenwirtschaft hatten laut des Berichts auf Plattformen wie Ebay und Amazon Marketplace nach Poloshirts der Marke Hugo Boss gesucht. Gekauft worden seien beispielsweise bei Ebay die zehn günstigsten Angebote von als gewerblich deklarierten Händlern. Anschließend ging die Ware an Hugo Boss zur Authentizitätsprüfung.

Das Ergebnis: Alle bestellten Produkte waren Fälschungen. "Wir teilen Ihnen nach Prüfung der Ware mit, dass es sich bei der Ware eindeutig nicht um Erzeugnisse der Hugo Boss AG oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens handelt", zitiert die "Welt am Sonntag" aus einem Schreiben der Rechtsabteilung von Hugo Boss. Erkennbar sei dies nicht nur am Etikett, sondern auch am Material der Shirts, an der Verarbeitung der Knopfleiste, den Knöpfen selbst, der Typografie des Logos und den Angaben auf dem Waschetikett.

Hersteller und Markenverband fordern Hilfe von der Politik. "Beispielsweise werden Verkaufsplattformen noch immer nicht in die Verantwortung genommen. Stattdessen verdienen sie sogar noch mit jedem Fälschungsverkauf, den ein Dritter auf ihrer Plattform vornimmt", sagte Verbandschef Köhler der "Welt am Sonntag".

Er verlangte eine Verpflichtung der Online-Marktplätze zur aktiven Fälschungsbekämpfung. Die Online-Plattformen versicherten gegenüber der Zeitung, dass sie gegen Markenpiraten vorgehen. "Das Anbieten von Fälschungen und rechtswidrigen Kopien ist bei Ebay nicht erlaubt", heißt es in einer Stellungnahme des Auktionshauses. Rechtsverletzende Inhalte würden gelöscht, wenn das Unternehmen hinreichende Kenntnis von solchen Angeboten habe. Ähnlich äußerte sich Amazon. so die "Welt am Sonntag".

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