Köln | „Das ist mein bislang kühlster Wettbewerb, trotzdem finde ich die Stimmung hier im Stadionbad total cool“, so beschreibt Aaron Gunn als Youngster bei Wake the Line am Samstagnachmittag seine Gefühle. Temperaturen um die zehn Grad und ein kräftiger Regenschauer bestimmen den Wettbewerb, bei dem sich die weltbesten Wakeboarder und -skater am Wochenende in Müngersdorf messen. Trotzdem wird jeder Rider, wie die Fahrer auf den Brettern genannt werden, bei seinem Lauf angefeuert. „Das ist einfach großartig, so nah am Publikum bist du sonst nirgendwo“, freut sich der 17-jährige Australier.

Binnen von nur wenigen Tagen hat sich das beliebte Bad am Stadion in eine Wakeboard-Arena mit einer Wasserski-Anlage über alle drei Becken verwandelt. Für den Parcours ist die Rösrather Firma Unit Parktech verantwortlich, die ihre neuesten Hindernisse in Köln präsentiert. „Das ist unsere neue Street Series, dabei werden Dinge wie Geländer, die man auch auf der Straße findet, nachgeahmt“, erklärt Stefan Jandke, der unter anderem die weltgrößte Quarterpipe für Wakeboarder am Start hat. 15 Tonnen Kunststoff sind dafür verbaut worden. „Wir brauchen zum Aufbau mit 40 Leuten 48 Stunden, abgebaut wird in einer Nacht. Die Entwicklung selbst dauert Monate“, sagt Jandke.

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Wer beim Wettbewerb am Samstag bei den 20 Wakeboardern und acht Wakeskatern vorne liegt, darüber entscheiden die Schiedsrichter, die auf dem Sprungturm hoch über dem Bad ihren Platz eingenommen haben. Entscheidungskriterien sind die Höhe, die Sauberkeit und der Schwierigkeitsgrad der Tricks. Wichtig ist auch, ob ein Rider es schafft, seinen eigenen Stil zu finden.

Zu den erfahrenen Wakeboardern gehört Nico von Lerchenfeld, der aus dem Allgäu nach Köln gereist ist. „Ich trainiere am liebsten mit Freunden. Wichtig ist dabei, dass das Ganze auch Spaß macht“, sagt 20-Jährige. Für seinen Sport ist er ständig unterwegs. Australien und Thailand gehören genauso zu den Austragungsorten wie die USA. „Finanzieren kann ich meinen Sport und die Reisen durch Sponsoren. Köln spielt für mich eine besondere Rolle, weil es der größte und bekannteste Contest ist“, erklärt von Lerchenfeld. Angefangen hat er seinen Sport bereits im zarten Alter von sechs Jahren.

Durch die Qualifikation im heimischen Langenfeld hat Tim auf dem Graben erstmals den Sprung ins Kölner Starterfeld geschafft. „Ich war sonst immer im Publikum. Jetzt hier dabei zu sein, ist großartig“, freut sich der 22-Jährige. Auch wenn die Vorbereitungsphase für ihn relativ kurz war, hofft er doch möglichst weit nach vorne zu kommen. „Aber alleine mit der Teilnahme in Köln habe ich mein größtes Ziel schon erreicht.“ Das Wetter macht ihm keine großen Sorgen: „Regen ist für uns kein Problem und gegen die Kälte kann man sich mit Neoprenanzügen schützen.“

Am Ende gibt es bei den Wakeboardern einen dreifachen Erfolg für Kanada: Den ersten Platz belegt Raphael Derome vor Kevin Henshaw und seinem Bruder Olivier Derome. Bei den Wakeskatern siegt Reed Hansen aus den USA.

Autor: Stephan Eppinger

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