„Bei der Arbeitsagentur in Köln sind derzeit allein für den Beruf des Kochs 58 offene Lehrstellen gemeldet. Insgesamt sind in der Gastronomie 74 Ausbildungsplätze unbesetzt – von der Restaurantfachfrau bis zum Hotelkaufmann. Auch im Bäckerhandwerk gibt es Nachwuchssorgen. Den Lehrstellen gehen schlichtweg die Bewerber aus“, sagt Ernst Busch. Der Geschäftsführer der NGG-Region Köln vermutet, dass die Aisbildungsplätze zu unattraktiv seien. Fehlende Perspektiven, geringe Bezahlung und überlange Arbeitszeiten schreckten Jugendliche ab. „Das Nachwuchsproblem ist ganz klar ‚hausgemacht’. Mit unattraktiven Lehrstellen haben Restaurantchefinnen und Bäckermeister keine Chance im längst begonnenen Wettlauf um die Bewerber“, so Busch. „Da geht es eben nicht mehr, dass Azubis als billige Arbeitskräfte ausgenutzt oder ihnen nach der Ausbildung lediglich 400-Euro-Jobs angeboten werden“.

Gastgewerbe und Bäckereihandwerk in Köln müssten stärker und offensiver um Nachwuchs werben – mit Lehrstellen, die Jugendlichen attraktive Arbeitsbedingungen böten. „Letztendlich haben es die Chefs selbst in der Hand, ob in den Restaurants künftig nur noch auf Sparflamme gekocht werden kann…“, so Busch. Nur gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen böten die Chance, dem drohenden Fachkräftemangel im Gastgewerbe und Bäckerhandwerk wirksam zu begegnen.

[cs, Foto: Paul-Georg Meister | www.pixelio.de]

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