Köln | Die Stadt Köln hat dem Autonomen Zentrum (AZ), dass derzeit an der Luxemburger Straße angesiedelt ist, eine Freifläche auf der Herkulesstraße angeboten und hält diesen Standort für geeignet. Auf dem Gelände gibt es allerdings keine „Bestandsimmobilie“. Die Stadt bietet kostenlos Container an, um Räumlichkeiten zu schaffen. Das Autonome Zentrum spricht von einem Pseudoangebot der Stadt.

Ende März 2021, so die Stadt, – das AZ Köln sagt Ende April 2021 – läuft der Vertrag zwischen dem Autonomen Zentrum Köln und der Stadt Köln über die Nutzung der Luxemburger Straße 93 aus. Dort befindet sich ein Konzertraum, Seminarraum, Bar, Gruppenräume, Sportraum und Sanitäranlagen. Zudem gibt es Werkstätten und Ateliers. Den Innenhof an der Luxemburger Straße haben die Aktivistinnen und Aktivisten bepflanzt. Die Stadt verhandelt mit dem Autonomen Zentrum über einen Alternativstandort, denn am jetzigen Standort soll der Innere Grüngürtel fortgeführt werden.

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Stadt preist die Fläche an

Jetzt fand ein Gespräch, so das AZ, im Büro der Oberbürgermeisterin, statt. Die Stadt bestätigt das Gespräch und teilte auf Nachfrage dieser Internetzeitung mit, dass es schon länger Gespräche gebe. In dem gestrigen Gespräch sei es um die Nutzung einer Freifläche in der Herkulesstraße gegangen. Die Stadt sagt, dass diese Fläche weitestgehend den Anforderungen des AZ entspräche. Es sei dort ausreichend Platz, so eine Stadtsprecherin, es sei innenstadtnah und „sehr verkehrsgünstig“ gelegen. Es böte die Möglichkeit einer längerfristigen Nutzung bis hin zur Verpachtung. Verschiedene Projekte seien dort umsetzbar oder sogar zu erweitern. Die Stadt spricht etwa von einer angrenzenden Grünfläche die die für Urban Gardening genutzt werden könne. Es habe seit Anfang 2020 intensive Gespräche und mehrere gemeinsame Begehungen gegeben. Auch Architekten seien zu Rate gezogen worden. Die Stadt gibt an, dass es auf der Fläche keine Bestandsimmobilie gebe die genutzt werden könne. Die Stadtsprecherin schreibt: „Es wurde auch darüber diskutiert, das die Stadt dem AZ z.B. kostenlos Container für die Errichtung eines modularen Zentrums zur Verfügung stellen könnte, um so Räumlichkeiten zu schaffen“.

AZ: „Der Parkplatz an der Herkulesstraße wurde abgelehnt.“

Zu dem Angebot der Stadt stellt das AZ klar, dass sich das bestehende Angebot mit ein paar ausrangierten Schulcontainern auf einem leerstehenden Parkplatz nicht fortführen ließe. Sabrina Purple, eine Pressesprecherin des AZ Kölns, erklärte schriftlich: „Seit einigen Monaten versuchen Verwaltung und Lokalpolitiker*innen, dem Autonomen Zentrum einen Parkplatz an der Herkulesstraße als Alternative zum aktuellen Objekt an der Luxemburger Straße 93 anzudrehen. Da die Stadt uns auch nch unzähligen Gesprächen nicht erklären konnte, wie wir unser Angebot aus Kunst, Kultur, Bewegung und linker Politik auf einem leeren Teerfeld realisieren sollen, wurde heute der Hinhaltetaktik der Stadtverwaltung ein Riegel vorgeschoben. Der Parkplatz an der
Herkulesstraße wurde abgelehnt.“ Auf Nachfrage dieser Internetzeitung stellt das AZ heraus, dass es immer um die leere Fläche in den Gesprächen mit der Stadt ging. Die Stadt habe auch nicht angeboten, etwa auf der leeren Fläche eine Bebauung anzubieten. Das AZ habe dennoch das Angebot der Stadt geprüft, sei aber zur Bewertung gekommen, dass es nicht realisierbar sei, alleine etwa durch eine fehlende Finanzierung. Dies sei der Stadt in den Gesprächen offengelegt worden, aber auch sie hatte dafür keine Lösung.

AZ mit klarer Aussage gegenüber der Stadt

In einer Mitteilung des AZ heißt es, dass das Zentrum kein Umzugsunternehmen oder Parkplatzbetreiber sei. Die Aktivisten wollen solange in der Lux 93 bleiben, bis es eine Lösung mit einem dauerhaften Objekt gebe. Die Stadt sei aufgefordert worden innerhalb eines Monats bis zum 13. November eine Aussage zu treffen wie es in der Luxemburger Straße weitergehen könne. Die Stadtsprecherin teilte dieser Internetzeitung mit: „Die Stadt Köln wird den Dialog fortsetzen.“

Autor: Andi Goral

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