Der viermalige Cup-Sieger 1. FC Köln hat die Auftakthürde im DFB-Pokal ohne größere Mühe gemeistert und mit einem ungefährdeten 3:0 (2:0)-Erfolg über Viertligist SC Wiedenbrück die zweite Runde erreicht. Sechs Tage nach der umstrittenen Entmachtung von Ex-Kapitän Lukas Podolski und fünf Tage vor dem Bundesliga-Start gegen den VfL Wolfsburg bescherten Doppeltorschütze Milivoje Novakovic (23. und 45.) sowie Mato Jajalo (78.) dem neuen FC-Trainer Stale Solbakken einen gelungenen Einstand.

Vor 12.000 Zuschauern im ausverkauften Gütersloher Heidewaldstadion, in das der Regionalligist eigens für das Pokalspiel umgezogen war, nahm Köln von Beginn an das Heft in die Hand. Wiedenbrück versteckte sich allerdings nicht und spielte zunächst gut mit. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase dominierten aber die vom neuen Kapitän Pedro Geromel erstmals in einem Pflichtspiel angeführten Domstädter die einseitige Partie.

Kölns erste Großchance entsprang einem schönen Spielzug über Jajalo, Novakovic und Podolski, als "Prinz Poldi" im Strafraum mit einem Lupfer an Wiedenbrücks Torwart Sebastian Lange scheiterte (8.). Danach passierte lange Zeit wenig, Köln ließ zwar Ball und Gegner laufen, ohne aber zu weiteren nennenswerten Chancen zu kommen.

Die Führung für den Favoriten fiel durch ein Abstauber-Tor fast wie aus dem Nichts: Lange wehrte zunächst einen Schuss von Podolski aus halblinker Position zur Mitte ab, und Novakovic drückte den Ball zum 1:0 über die Linie.

Nach der beruhigenden Führung scheiterten Adil Chihi (31.) und Miso Brecko (33.) an Wiedenbrücks gutem Schlussmann Lange. Auf der Gegenseite kamen die Ostwestfalen, die auf ihren Top-Stürmer Robert Mainka (Schultereckgelenksprengung) verzichten mussten, durch einen Distanzschuss von Dominik Jansen zu einer Mini-Chance. Der Versuch aus 18 Metern ging aber deutlich über das Tor von Miro Varvodic, der den verletzten FC-Stammkeeper Michael Rensing ersetzte.

Die Vorentscheidung fiel schon mit dem Pausenpfiff, als Novakovic nach Flanke von Podolski völlig frei mit dem Kopf zum 2:0 traf.

Auch im zweiten Durchgang änderte sich am Spielgeschehen in der einseitigen, aber munteren Partie wenig. Köln verwaltete das Ergebnis und lauerte auf Fehler, Wiedenbrück versuchte unbeirrt mitzuspielen.

In der 57. Minute verpasste Novakovic mit einem Kopfball nach Podolski-Ecke seinen dritten Treffer nur um Zentimeter. Zwei Minuten später legte Podolski nach einem Ballverlust von Wiedenbrücks Marcel Leeneman quer auf Novakovic, doch Kölns bester Torschütze der abgelaufenen Saison setzte den Ball aus zwölf Metern über das Tor. Jajalo erhöhte aber letztlich zu Beginn der Schlussphase mit einem Flachschuss ins rechte Eck noch standesgemäß auf 3:0.

Wiedenbrücks beste Spieler waren Torwart Lange und Mittelfeldabräumer Carsten Strickmann, der wegen eines Jochbeinbruchs mit Maske spielte. Beim FC überzeugte das Sturmduo Novakovic und Podolski.

aktualisiert 1.8.2011, 11:10 Uhr
Polizei zieht positive Bilanz
Aus Sicht der Gütersloher Polizei ist das DFB-Pokalspiel zwischen dem SC Wiedenbrück und dem 1. FC Köln ordentlich und ruhig verlaufen. Rund 280 Polizeibeamte sorgten unter anderem dafür, dass die angereisten Kölner Fans vom Bahnhof aus mit Shuttle-Bussen zum Stadion und zurück gebracht wurden. Am und im Stadion waren zahlreiche Ordner und Helfer eingesetzt, die den reibungslosen Ablauf des Fußballnachmittags unterstützten. Auf dem Bahnhofsvorplatz kam es nach der Ankunft eines Fan-Zuges aus Köln zu ein paar wenigen kleineren Rangeleien, die aber durch den sofortigen Einsatz der anwesenden Polizeikräfte unterbunden werden konnten. Darüber hinaus hätte es keine weiteren Vorfälle gegeben, bei denen die Beamten eingreifen mussten.

[SID]

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