Wuppertal | Das Landgericht Wuppertal hat einem Vergewaltigungsopfer ein Rekord-Schmerzensgeld von insgesamt 100.000 Euro zugesprochen. Die 20-Jährige erhielt damit am Dienstag nach Angaben eines Gerichtssprechers die bundesweit höchste Entschädigung in einem solchen Fall. Die junge Frau war 2009 als 16-Jährige von einem Mann entführt, drei Tage lang gefangen gehalten und vergewaltigt worden.

Der Täter war im gleichen Jahr zu einer Haftstrafe von zwölfeinhalb Jahren verurteilt worden. Der Frau waren damals 20.000 Euro zugesprochen worden. In dem Zivilverfahren wollte sie nun die Zahlung von weiteren mindestens 60.000 Euro durchsetzen. Das Gericht ging mit seiner Entscheidung deutlich über diese Forderung hinaus.

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Die Kammer argumentierte, der jungen Frau sei im vorliegenden Fall durch Geiselhaft, Demütigung und mehrfache Vergewaltigung ein besonders schweres Leid widerfahren. Zugleich befand das Gericht allgemein die bislang in Deutschland gezahlten Schmerzensgelder bei Vergewaltigung für zu niedrig. Der zuletzt höchste Betrag lag den Angaben zufolge bei 50.000 Euro.

Autor: dapd

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