Hans Mörtter in einem seiner Videoclips. Foto: Screenshot Lutherkirche/Facebook

Köln | Hans Mörtter ist im Ruhestand. Lange Jahre war er Pfarrer der Lutherkirche in der Kölner Südstadt. Jetzt zeichnet ihn der Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie Gesellschaft aus. Die Verleihung der Medaille ist für kommenden Montag vorgesehen.

Als Grund für die Auszeichnung nennt der LVR, dass sich Mörtter langjährig für die Förderung der gleichberechtigten Teilhabe benachteiligter Menschen am gesellschaftlichen und kulturellen Leben eingesetzt habe. Als Pfarrer war Mörtter nach seinem Theologiestudium zunächst für ein Jahr in Kolumbien als Pfarrer tätig und engagierte sich für Straßenkinder. 1987 übernahm er die Lutherkirche in der Kölner Südstadt und setzte sich immer wieder für gesellschaftliche Themen öffentlich, aber auch hinter verschlossenen Türen für die ein, denen es nicht so gut ging. Kunstausstellungen, Konzerte, Flohmärkte und Karnevalsveranstaltungen ließen die Lutherkirche und mit ihr Pfarrer Mörtter erblühen und zu einer Person der Stadtgesellschaft werden.

Der Vringstreff wurde im Jahr 1995 gegründet. Das Projekt „Housing First“ ist in Köln untrennbar mit seinem Namen verbunden. Und er ist Mitinitiator des MenschenSinfonieOrchesters. 20 Menschen machen seit mehr als 20 Jahren zusammen Musik: Obdachlose, Nicht-Obdachlose, Menschen mit Behinderung, Suchtkranke oder Menschen mit Fluchterfahrung. Seit einem Jahr ist Mörtter im Ruhestand, aber alles andere als leise. Weiterhin engagiert er sich in sozialen Projekten.

Zur Verleihung des Rheinlandtalers wird Kölns Bürgermeister Andreas Wolter ein Grußwort halten. Die Laudation hält Anne Henk-Hollstein, die Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland.

Zur Kategorie „Gesellschaft“ gehören unter anderem die Themengebiete Soziales, Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen oder von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Bildung und Erziehung. Die Preisträger*innen erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Über die Vergabe der Auszeichnung entscheidet der Ausschuss für Inklusion der Landschaftsversammlung Rheinland.

ag