11:00 Uhr > Bernard-Henri Lévy kritisiert Vorgehen der New Yorker Polizei im Fall Strauss-Kahn
Der französische Intellektuelle Bernard-Henri Lévy hat dem Umgang der New Yorker Polizei mit dem inhaftierten IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn scharf verurteilt. "Gott weiß, wie sehr ich Amerika liebe. Aber hier gibt es ein Problem. Man wirft einen Mann nicht so den Hunden vor. Und man darf der Meute, diesen Kopfgeldjägern auf der Jagd nach Bildern, ein Schauspiel von solcher Grausamkeit nicht präsentieren", sagte Lévy der "Zeit". Strauss-Kahn sei mit anderen ähnlich behandelten Verdächtigen nicht zu vergleichen, erklärte Lévy. "Wenn ein gewöhnlicher Mörder in Handschellen das Kommissariat verlässt, dann warten da eben nicht die Fotoapparate, ihn zu füsilieren. Aber wenn es Strauss-Kahn ist, dann ist die ganze Welt zur Stelle", sagte Lévy. Er äußerte den Eindruck, es gebe einen Zusammenhang zum Regisseur Roman Polanski, der lange in Frankreich vor der Auslieferung in die USA sicher war. "Als wollten die Amerikaner jetzt nicht einfach bloß urteilen, sondern sich rächen, und zwar konkret dafür, dass Polanski ihnen entkommen ist."

9:30 Uhr > Strauss-Kahn-Affäre: USA fordern Interimsführung für IWF
Nach der Verhaftung des IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn sind nun auch die USA von dem Franzosen abgerückt.

US-Finanzminister Timothy Geithner forderte den Internationalen Währungsfonds am Dienstag auf, eine Interimsführung zu ernennen, da der Franzose derzeit nicht in der Lage sei, die Organisation zu leiten. "Es ist wichtig, dass der Verwaltungsrat formell jemanden für eine Übergangszeit einsetzt, der als geschäftsführender Direktor agieren kann", zitiert das "Wall Street Journal" den US-Finanzminister. Die USA gelten als das wichtigste Geberland des IWF. Der Fonds wird derzeit von Strauss-Kahns Stellvertreter John Lipsky geführt. Der wegen des Verdachts der versuchten Vergewaltigung inhaftierte Chef des Internationalen Währungsfonds war am Montag auf die New Yorker Gefängnisinsel Rikers Island verlegt worden. Der Franzose wird dort bis zum nächsten Gerichtstermin am Freitag eine Einzelzelle bewohnen. Zuvor hatte eine Richterin eine Freilassung des IWF-Chefs auf Kaution abgelehnt. Strauss-Kahn werden versuchte Vergewaltigung, sexuelle Belästigung und Freiheitsberaubung einer Hotelangestellten vorgeworfen.

[dts]