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"Fridays for Future" in Köln: Denk-nach-Zettel für SUV´s

Köln | Die Teilnehmerzahl des gestrigen Klimastreiks der „Fridays for Future“-Bewegung schlug alle bisherigen Rekorde: 70.000 Menschen versammelten sich nach Angaben der Organisatoren am Demonstrations-Startpunkt rund um den Hans-Böckler-Platz, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren. Darunter wohl erstmals bei einem „Fridays for Future“-Protest mehr Erwachsene, als Kinder- und Jugendliche. Die hatten die Protest-Bewegung vor einigen Monaten ins Rollen gebracht. Auch Gewerkschaften und die Stadt hatten ihre Mitglieder und Mitarbeiter dazu ermutigt an der Klima-Demonstration teilzunehmen. Viele Familien waren auch dabei.

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Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmenden mit etwa 40.000 etwas geringer ein, als die Veranstalter. Dennoch waren es weitaus mehr, als die vom Veranstalter erwarteten 20.000. Trotz der großen Teilnehmerzahl verlief der Marsch durch die Innenstadt ruhig und auch das befürchtete Verkehrschaos hielt sich in Grenzen. Eine kleine Gruppe vermummter Linksradikaler sprühten anti-rassistische Parolen auf Gehwege. Dafür hinterlies der Protest-Zug jedoch erstaunlich wenig Müll. Einige Teilnehmer sammelten sogar noch während der Demo herumliegenden Müll mit Müllgreifzangen auf.

SUV-Fahrer, die ihre Karossen an der Wegstrecke geparkt hatten, mussten allerdings mit Denkzetteln rechnen. Hinter den Scheibenwischern der verpönten Geländewagen klebte eine „Blöd“-Zeitung mit der Schlagzeile „Entlarvt: SUV fahren ist peinlich, peinlich, peinlich!“ und „SUV -weg mit den Klimakillern.“

Viele Eltern marschierten mit ihrem Nachwuchs mit. „Das ist total entspannt hier, und macht auch den Kleinen total Spaß hier mitzulaufen“, sagte Silke Rutkowski, die mit der ganzen Familie und Freunden zum Klimastreik gekommen war und sich zuvor mit anderen Eltern im Grüngürtel verabredet hatte.

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Viele Teilnehmer hielten selbstgebastelte Protestschilder in die Höhe, forderten „Change the System, not the climat“. Der Kreativität war bei der Gestaltung der Plakate keine Grenzen gesetzt. Und auch der Humor kommt nicht zu kurz: „Wenigstens brauche ich keine Altervorsorge mehr“ stand auf dem Plakat einer jungen Frau. Ein anderes Plakat zierte ein Bild von Titanic-Darsteller Leonardo Di Caprio, wie er lässig mit Sonnenbrille im Meer badet und entspannt nach seiner Geliebten Kate ruft. Dazu der Text: „Titanic im Jahr 2030.“

Die Bandbreite der Teilnehmer reichte durch alle gesellschaftlichen Institutionen: Kohlegegner marschierten gut gelaunt nebst Kirchenmitgliedern, die Respekt vor der „göttlichen Schöpfung“ , und auch die „Scientists for Future“ beteiligten sich am Klima-Streik.

„Etwas dick aufgetragen“, fand zwar eine ältere Passantin einige der „alarmierenden Weltuntergangs-Plakate“, als sie auf Höhe des Appellhofplatzes neugierig den Demonstrationszug beobachtete. „Ist das denn wirklich schon so schlimm mit dem Klimawandel wie die sagen?“, fragt sich die Seniorin. „Aber ich finde das super, was die Jugend hier ins Rollen bringt! Da habe ich großen Respekt vor!“

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Auf dem Rudolfplatz hat sich eine Gruppe Menschen auf stillen Klima-Protest auf die Fahnen geschrieben und meditiert in aller Seelenruhe mitten auf dem belebten Platz.

Der Demonstrationszug mündet schließlich auf dem Hohenzollernring, wo auf einer großen Bühne unter anderem die Band Cat Ballou für Stimmung sorgt, bevor die Veranstaltung gegen 17.30 Uhr wie geplant zu Ende geht. Die Polizei, die zeitweise den Fußgängerverkehr auf der Venloer Straße zwischen dem Stadtgarten und dem Hans-Böckler-Platz sperrte, um ein zu großes Gedränge zu verhindern, zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der durchweg friedlichen Großdemonstration. Auch die Organisatoren zeigten sich begeistert: „Gemeinsam haben wir gestern und in den letzten Monaten Geschichte geschrieben. Unsere Bewegung ist nicht mehr zu stoppen!“, postete "Fridays for Future" am Samstag auf Facebook.

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