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Proteste im Stadthaus Köln für Erhalt des „AZ“

Köln | Die Polizei Köln und die Stadt Köln melden eine Störaktionen von Aktivisten im Stadthaus in Köln-Deutz und sprechen von Sympathisanten des Autonomen Zentrums (AZ) und der drei Wagenplätze in Köln. Die Stadt Köln stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruch. Von den Aktivisten liegt ebenfalls eine Stellungnahme vor.

Aktivisten sollen Wände beschmiert haben

Nach Polizeiangaben haben sich die Aktivisten gegen 13 Uhr in das städtische Gebäude hineingegangen. Ein Teil der Demonstranten, die Polizei spricht von einer nicht angemeldeten Versammlung, habe sich in der Magistrale aufgehalten. Anderen Aktivisten wirft die Polizei vor in den Büroetagen Wände beschmiert und Ordner aus einem Fenster geworfen zu haben. Zudem sprechen städtische Mitarbeiter gegenüber der Polizei von Diebstählen die stattgefunden haben sollen.

Feuerwehreinsatz wegen Speisestärke

Bei einem Dezernenten sollen die Demonstranten weißes Pulver verstreut haben. Daraufhin forderten die Beamten die Kölner Feuerwehr an, die feststellte, dass das Pulver nicht toxisch sei, sondern es sich um Speisestärke handelte. Auf einem der Dächer zündeten Aktivisten Pyrotechnik und entrollten ein Transparent. Die Polizei stellte bei 64 Demonstranten die Personalien fest und leitete Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz ein.

Stadt zeigt sich empört

Die Stadt teilte schriftlich mit, dass man die Aktion verurteile und diese Form der Auseinandersetzung nicht als Dialog werte. Die Stadt machte darauf aufmerksam, dass man das Autonome Zentrum bis Ende 2019 am Eifelwall garantiere, aber anschließend das Gelände für die Entwicklung der Parkstadt Süd benötige. Mit den Bewohnern des Bauwagenplatzes an der Krefelder Straße befinde sich die Stadt in Gesprächen, für den Platz „Osterinsel“ gebe es einen gültigen Vertrag und der Bauwagenplatz in Köln-Mülheim befinde sich auf privatem Gelände.

Die Sicht der Aktivisten

Die Aktivisten sprechen von 120 Beteiligten. In der Eingangshalle ließen sich Demonstranten mit Sofas, Teppichen, Schlafsäcken und Zelten nieder. Zudem sei eine Suppenküche und eine Anlage aufgebaut worden. Anders als Stadt und Polizei sprechen die Aktivisten von Konfetti, Luftschlangen und Flyern, die in den Büros des städtischen Baudezernenten und des Leiters des Liegenschaftsamtes verteilt wurden.
Luisa Richter vom Wagenplatz „Wem gehört die Welt“ wird schriftlich zitiert: „Wir haben das Gebäude besetzt, weil wir es satthaben, nicht zu wissen, wie es mit unserem Wagenplatz weiter geht. Wenn wir dort vertrieben werden, haben wir kein Zuhause mehr. Wir werden uns aber nicht einfach in Luft auflösen. Damit die Stadt das endlich begreift, schlagen wir unsere Zelte hier auf – wir sind gekommen, um zu bleiben.“

In der Eingangshalle spielten die Demonstranten Tischtennis und Gesellschaftsspiele. Das Autonome Zentrum solle durch Rollrasen ersetzt werden und die Wagenplätze seien von Bebauung bedroht, befürchten deren Nutzer und Bewohner. Sie sehen, dass ihre soziokulturellen Freiräume durch wirtschaftliche Interessen verdrängt werden.

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