Köln Nachrichten Köln Nachrichten

ebertplatz_ehu_01112017

Das Symbolbild zeigt eine Galerie in der Tiefebene des Ebertplatzes. Foto: ehu

Selbstjustiz am Ebertplatz? - rechte Hooligans zeigen "Präsenz"

Köln | „Köln gegen Rechts“ berichtet von rechten Hooligans und Bürgerwehrgruppen am gestrigen Samstagnachmittag auf dem Ebertplatz. Unter anderem kursiert ein Video mit einer Männergruppe vom Ebertplatz in den sozialen Netzwerken mit eindeutig rassistischen Kommentaren. Die Polizei wird in diesen Kommentaren als „Blaue Funken“ dargestellt und machte die Vorfälle vom gestrigen Samstag erst heute, nach den Berichten von „Köln gegen Rechts“ öffentlich und bestätigt diese in weiten Teilen.

Eindeutig rassistische Kommentare

Zunächst baute die Kölner AfD auf dem Ebertplatz am Samstagnachmittag einen Infostand auf und dokumentierte diesen auf dem menschenleeren Platz ausgiebig in sozialen Netzwerken auch fotografisch. In den sozialen Netzwerken taucht später zudem ein Video auf der Facebookseite von „KoelscheJungAchim“ auf, das eine Gruppe Männer vor Streifenwagen der Kölner Polizei zeigt. Unter diesem Film, der mittlerweile über 70 mal geteilt ist, erscheinen Kommentare die eindeutig rassistisch geprägt sind: „Kölsche Junge Stehen zu Ihrer Stadt - Haltet den Ebertplatz von den Mohrenköpfen Sauber“ oder „Wo ist die Nutella Bande, op de Fress jekriegt?“ Die Polizei, so scheint es wird in den Kommentaren als „Blaue Funke“ bezeichnet. Zudem zeigen viele ihre Sympathie und wollen sich anschließen und einer schreibt „Die Säuberung kann beginnen“. "Köln gegen Rechts" rechnet diese Männergruppe der „rechten Hooligan- und Bürgerwehrszene“ zu und berichtet weiter: „Danach löste sich der Mob zunächst scheinbar auf. An der Eigelsteinstorburg kam es zum Zeigen des Hitlergrußes, ohne dass die Polizei einschritt, und zur Bedrohung von Pressefotografen.“

Hooligans attackieren Künstler und Galeriebesucher

Später am Nachmittag sollen wieder Hooligans den Platz gestürmt, Menschen attackiert und auch eine stattfindende Kunstaktion gestört haben. „Köln gegen Rechts“ dokumentiert einen Augenzeugenbericht eines Galeriebetreibers am Ebertplatz: „Um 14:00 h kamen Hooligans auf den Ebertplatz, liefen vor unserer Galerie herum und störten die gerade laufende Kunstperformance. Sie warfen Gegenstände um und beleidigten die BesucherInnen. Um ca.17h.00 h kamen erneut etwa 20 Hooligans auf den Ebertplatz gelaufen. Oben auf dem Platz traten sie nach zwei Schwarzen. Dann kamen sie nach unten in die Passagen zu den Galerien gelaufen. Dabei schmissen sie mit Bierflaschen um sich und kamen drohend auf ca. 10 anwesende Künstler/innen zu. Diese werden als Künstlerpack beschimpft und es wurde ihnen Prügel angedroht. Eine anwesende Frau wurde von ihnen als „Fotze" beschimpft. Dann liefen sie weiter auf eine afrikanische Bar zu und bedrängten dort eine schwarze Frau. Dann kam Polizei und die Hooligans flüchteten durch die unterirdischen Zugänge. Es kam zu Jagdszenen zwischen Polizei und Hooligans auf dem Ebertplatz."

Klaus Lober von „Köln gegen Rechts“: „Es steht zu befürchten, dass die Situation am Ebertplatz weiter eskaliert und hier ein Schauplatz rechtsextremistischer Hetze und Gewalt entsteht. Insbesondere aus dem extrem gewaltbereiten Spektrum der sogenannten „Bürgerwehren" und der Hooliganszene ist von weiteren Aktionen auszugehen. Jetzt gilt es dringend zu verhindern, dass sich extrem rechte Gewalt in Köln etabliert.“

Polizei bestätigt die Vorfälle später

Am späten Sonntagnachmittag bestätigt die Kölner Polizei nach Veröffentlichung von „Köln gegen Rechts“ zwei Polizeieinsätze auf dem Kölner Ebertplatz und titelt „Polizei geht gegen ‚Rechtsextremisten‘ am Ebertplatz vor“. Die Polizei rechnet diese Gruppe der Kölner Hooliganszene zu. Die Polizei spricht von 60 Hooligans, die sich gegen 13 Uhr auf dem Ebertplatz am Samstag befunden haben sollen. Diese seien dann in kleineren Gruppen abgewandert. Zu den anschließenden Vorfällen an der Eigelsteintorburg, die „Köln gegen Rechts“ schildert, schreibt die Kölner Polizei, dass sie gegen Unbekannt ermittle, wegen „Zeigen des Hitlergrußes“.

Weiter berichtet die Kölner Polizei, dass gegen 18 Uhr wiederum 15 Personen auf dem Platz auftauchten. Zu diesem Zeitpunkt war die Polizei nicht auf dem Platz präsent und bezieht sich daher auf Zeugenaussagen, die von Auseinandersetzungen in der Tiefebene, sprachen. Der Einsatz begann anscheinend erst danach. In der Mitteilung der Polizei heißt es: „Polizisten stellten acht potentielle Tatverdächtige, die nach eigenen Angaben zum Ebertplatz gekommen waren, um ‚Präsenz‘ zu zeigen. Zwei von ihnen (45, 55) nahmen die Beamten wegen ihres aggressiven Verhaltens während der Überprüfungen in Gewahrsam. Die Übrigen kamen einem Platzverweis nach.“

Kein neues Kölner Phänomen

Das Phänomen, dass Hooligans- und Bürgerwehren für Ordnung sorgen wollen ist in der Stadt, in der die Hogesa-Krawalle, an fast der gleichen Stelle stattfanden, nicht neu. Schon nach der Silvesternacht 2015/16 machten diese Gruppen auf sich aufmerksam. Man hätte also auch am Ebertplatz damit rechnen können. Das die Kölner Polizei die Vorkommnisse am Ebertplatz vom Samstagnachmittag, die einer politischen Brisanz nicht entbehren, erst drei Stunden nach der Veröffentlichung durch die linke politisch aktive Gruppe „Köln gegen Rechts“ aus der Stadtgesellschaft öffentlich macht, weckt ebenfalls Erinnerungen an die Ereignisse des Jahreswechsels 2015/16 und die damalige Informationspolitik der Behörde. Immerhin gelang es der Kölner Polizei im Nachgang zur Kölner Silvesternacht durch konsequentes Handeln derartige Umtriebe der Selbstjustiz im Keim zu ersticken.

Zurück zur Rubrik Köln Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Köln Nachrichten

nachklick_21_11_17

Köln | NACHKLICK 20. - 21 November 2017, 18-18 Uhr | Der report-K Rückblick auf die Nachrichten der vergangenen 24 Stunden aus Köln, Deutschland und der Welt |Kellerbrand – Kölner Feuerwehr in der Bremerstraße im Einsatz. „Die Rache von Melaten“: Das Divertissementchen 2018 sorgt sich um die Tradition. Fahndung - Unbekannter zieht 21-Jährigem Rasierklinge durchs Gesicht. Kölner Hafen-Weihnachtsmarkt am Schokoladenmuseum eröffnet am Freitag. NRW-Verfassungsgericht kippt 2,5-Prozenthürde. Anti-Terror-Razzien in mehreren Bundesländern. Forsa: FDP kann von Ausstieg nicht profitieren. Feuerwehrmann bei Einsatz auf der A3 schwer verletzt. Merkel will Neuwahlen - und wieder antreten. Alle weiteren Nachrichten des Tages hier im Überbklick: Nachklick report-K.

koelnischesstadtmuseum_14_09_17

Köln | Wegen der Sanierung der Dauerausstellung und der Umbauphase im Sonderausstellungsbereich nach dem Ende der Ausstellung „Konrad der Große. Die Adenauerzeit in Köln 1917 – 1933“ bleibt das Kölnische Stadtmuseum von Dienstag, 21. November, bis Freitag, 15. Dezember, für den Besucherverkehr geschlossen. Vom 23. bis zum 25. November 2017 findet im Stadtmuseum die Geigenauktion des Auktionshaus Bongartz statt. Ab Samstag, 16. Dezember, zeigt das Kölnische Stadtmuseum parallel zwei Sonderausstellungen, die politische Ereignisse im öffentlichen Raum dokumentieren: „Trotzdem Alaaf! Kölner Rosenmontag 1991 + 2017“ und „Karin Richert: Im Rechten Licht“. Sie sind bis 25. März 2018 zu sehen.

nachklick_20_11_17

Köln | NACHKLICK 20. November 2017, 0-16 Uhr | Der report-K Rückblick auf die Nachrichten der vergangenen 16 Stunden aus Köln, Deutschland und der Welt | Bundespräsident redet Parteien ins Gewissen - nach Statement um 14 Uhr. Jamaika-Sondierung platzt – Stimmen aus der Kölner Wirtschaft. Lebensgefahr - 14-Jähriger in Bayenthal von Pkw erfasst. Kölnbäder startet Online-Verkauf für den ersten Kursblock 2018. Das neue Musical- und Bühnenprogramm in Köln. Das Wochenende der Kölner Karnevalisten - Ehrungen, Sessionseröffnungen, Bälle. Kölner Haie trennen sich von Cheftrainer Cory Clouston - Peter Draisaitl ist neuer Headcoach des KEC. Radfahrer stirbt bei Kollision mit Lkw in Regensburg. Mugabe verweigert in TV-Ansprache Rücktritt. Alle weiteren Nachrichten des Tages hier im Überbklick: Nachklick report-K.

Theater Köln - Premieren 2017

theaterkritik_kasten300px_neu

Diese Theaterstücke feierten in Köln aktuell Premiere. Die Kritiken:

Eine Reise zu einer Scheißinsel: „Shit Island“ in der Orangerie

--- --- ---

"Inside AfD" - im Theater Tiefrot

--- --- ---

Uraufführung im Schauspiel: „Alles, was ich nicht erinnere“

--- --- ---

„American Psychosis“ in der Studiobühne Köln

--- --- ---

"Wilhelm Tell" im Schauspielhaus

--- --- ---

Urania-Theater: Eröffnung mit „Mutter Courage und ihre Kinder

--- --- ---

Möglicherweise gab es einen Zwischenfall“ im Freien Werkstatt-Theater

--- --- ---

„Feierei“: Theatergruppe c.t.201 feiert in der Studiobühne ihren 25. Geburtstag

--- --- ---

Wie Kraut und Rüben“ am Horizont Theater

--- --- ---

„Romeo und Julia“ begeistern im Schauspiel

--- --- ---

Theater der Keller: Fassbinders „Katzelmacher“ messerscharf aktualisiert

--- --- ---

Alle sehen doppelt: „Amphitryon“ im Metropol Theater

--- --- ---

„Occident Express“ hält im Schauspiel

--- --- ---

Theater im Bauturm: Liebeserklärung an Trude Herr

--- --- ---

Theater der Keller dramatisiert den Roman „Bilquiss“

--- --- ---

Horizont-Theater bringt mit „Liebeslügen oder Treue ist auch keine Lösung“ Sex and the City nach Köln

--- --- ---

Freies Werkstatt-Theater zeigt „Der talentierte Mr. Ripley“

--- --- ---

Schauspiel mit „Peer Gynt“ in die neue Spielzeit

--- --- ---

Spiel mit Geschlechterrollen: Schauspiel zeigt „Frau Schmitz“

--- --- ---

„Old School“ weckt im Schauspiel die Reiselust

--- --- ---

Freies Wertkstatt-Theater: Premiere für „Last Night in Sweden – oder Donald Trump und die Kunst des Wrestlings“

--- --- ---

Orangerie zeigt „Das Gespenst des Joaquín Murieta“

--- --- ---

Theater der Keller startet mit Houellebecqs „Unterwerfung“ in die neue Spielzeit

KARNEVAL NACHRICHTEN

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS