Kultur Bühne

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Kölner Oper: Neun Premieren gibt es in der neuen Spielzeit im Staatenhaus

Kölner Oper kehrt wieder zurück ins Rampenlicht

Köln | Mit neun Premieren und sechs Wiederaufnahmen kehrt die Kölner Oper im Oktober zurück ins Rampenlicht. Dazu kommen zwei weitere Premieren in der Kinderoper sowie drei Tanzproduktionen. Zeitgenössische Opern finden sich im Spielplan genauso wie Klassiker der Opernliteratur. Zwei Koproduktionen mit internationalen Partnern sind vorgesehen. Mitte März wurde das Haus wegen der Corona-Pandemie geschlossen, später gab es die Entscheidung der städtischen Bühnen, die laufende Spielzeit komplett abzubrechen. Jetzt wagt man im Herbst den Neuanfang und die Wiedereröffnung mit einem regulären Spielplan. Der Vorverkauf für die Stücke in diesem Jahr hat in dieser Woche begonnen.

Dabei müssen sowohl auf der Bühne als auch im Publikum die strengen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Das betrifft die Größte des Chors und des Orchesters genauso wie die zur Verfügung stehenden Plätze im Publikum. Zwischen 210 und 250 Zuschauern dürfen ins Staatenhaus in Deutz – das ist etwa ein Viertel der Kapazität der Räumlichkeiten. „Bis Februar hatten wir eine Auslastung von 93 Prozent und damit mehr Einnahmen als ursprünglich eingeplant. Jetzt hoffen wir, dass wir, wenn das die Lage ermöglicht, auch wieder mehr Zuschauer begrüßen können. Unser oberstes Ziel ist aber, dass wir wieder spielen können und das in einer hohen Qualität“, sagt Intendantin Birgit Meyer. Daher habe man auch verstärkt auf coronakompatible Neuproduktionen gesetzt. „Wiederaufnahmen mit großem Chor, Tänzern und großem Orchester sind aktuell schwierig.“

Zum Start der neuen Spielzeit gibt es mit der „Zauberflöte“ am 3. Oktober einen Klassiker. Inszeniert wird die Mozart-Oper von Michael Hampe, der gerade in Japan des gesamten Ring auf die Bühne gebracht hat. „Für ihn ist die Arbeit ein Höhepunkt seines Schaffens“, berichtet Meyer. Auch hier muss entschieden werden, wo das große Orchester und der Chor platziert wird. „Da sind wir im Staatenhaus klar im Vorteil, weil wir hier die Räume komplett flexibel nutzen können. Das ist bei Häusern, die zum Beispiel einen festen Orchestergraben haben, deutlich schwieriger. Wir behalten uns auch die Möglichkeit vor, wenn nötig, das Ganze auch wieder kleiner zu gestalten. Da sind wir aktuell mit allen Regieteams im intensiven Austausch und halten den Kontakt zu den Dirigenten.“

Zur Vorbereitung gehören jetzt auch die musikalischen Abende im Staatenhaus mit jeweils 100 Zuschauern. „Das hält unseren Betrieb im Fluss und wir können mit unserem Personal und den Zuschauern auch Dinge wie die Einlasssituation vor dem Start der neuen Spielzeit entsprechend üben. Da bedeutet für uns, dass wir uns nach der Rückkehr nach der Sommerpause am 24. August voll auf die Kunst konzentrieren könne“, sagt Meyer.

Die zentrale Brücke im Spielplan der kommenden Saison schlägt Generalmusikdirektor Francois-Xavier Roth mit „Written on Skin“, einem beeindruckenden Werk des zeitgenössischen Musiktheaters, und einer großen französischen Oper des 19. Jahrhunderts, „Faust“ von Charles Gounod. „Written on Skin“ von George Benjamin wurde 2012 in Frankreich uraufgeführt. Es gibt eine moderne Rahmenhandlung, die aber auch über einen Bezug zum Mittelalter verfügt, als Bücher noch auf Pergament, also auf die Haut geschrieben worden sind. Die Premiere ist am 22. November. Gounods Oper „Faust“ wird am 23. Mai Premiere in Köln feiern. Dabei wird Roth auf die Originalfassung mit gesprochenen französischen Dialogen zurückgreifen.

Genau 100 Jahre nach der Uraufführung im alten Kölner Opernhaus am Habsburgerring feiert „Die tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold am 4. Dezember im Staatenhaus in einer Neuinszenierung ihre Premiere. Mit „Upload“ folgt am 16. April ein weiteres zeitgenössisches Werk auf dem Spielplan, das im kommenden Jahr zunächst in Amsterdam seine Uraufführung erleben wird. Es ist eine Koproduktion zwischen der Oper Köln, De Nederlandse Opera in Amsterdam, Park Avenue Armory in New York und den Bregenzer Festspielen. Im Stück geht es um einen Mann, der sein gesamtes Ich digitalisiert und der danach seinen Körper abstreift, um nur noch digital zu existieren.

Die Oper „Cardillac“ wurde in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts uraufgeführt. Dabei geht es um einen Goldschmidt, der so in seine Handwerkskunst verliebt ist, dass er die Käufer der edlen Stücke ermordet. Das Stück ist eine Koproduktion mit Warschau. Die Premiere findet am 13. Juni statt. Eine Premiere der besonderen Art gibt es mit dem „Barbier von Sevilla“ am 2. Mai. „Es ist eine Übernahme der Produktion der Staatsoper Berlin, die noch nie außerhalb Berlins zu sehen war“, freut sich Meyer. Am 4. Juni gibt es mit „Mazeltov, Rachel'e“ eine Uraufführung im Staatenhaus. Konzipiert wurde das Stück, das Lieder und Arien jüdischer Komponisten in einer locker gefügten Handlung zusammenführt, von Christian von Götz.

Grund zur Freude bei der Kinderoper gibt es über die Förderung des Landes in Höhe von 1,24 Millionen Euro, durch die neue Stellen besetzt werden konnten. Mit zwei Premieren geht man in die neue Spielzeit und freut sich zudem über ein Gastspiel mit dem gesamten Ring für Kinder in Südkorea. „Pünktchen und Anton“ nach dem Roman von Erich Kästner kommt als deutsche Erstaufführung am 28. November ins Staatenhaus. Mit der „Götterdämmerung“ für Kinder ist ab dem 10. April der Ring komplett.

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