Kultur Film

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Aus einem der ersten Köln-Filme auf der Brücke über den Rhein

Kölnisches Stadtmuseum: Kino, Kino und die ersten Köln-Filme

Köln | Am 23. Mai 1896 flimmerten am Augustinerplatz 12 unter dem Titel „Lebende Photographien“ die ersten bewegten Bilder aus Köln über die Leinwand. Das Kölnische Stadtmuseum zeigt diese aktuell in der Ausstellung „Grosses Kino! - 120 Jahre Kölner Kinogeschichte“ und noch mehr. Für  Kölner Cineasten ein Pflichttermin.
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Fotostrecke: Einblicke in die Ausstellung "Grosses Kino" im Kölnischen Stadtmuseum >
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Köln schrieb deutsche Filmgeschichte

Am 20. April 1896 konnte man am Augustinerplatz 12 für 50 Pfennig Eintritt den Cinématograph Lumière erleben. Gezeigt wurden 12 Filme a 50 Sekunden. Filme wie „Feierabend in einer Fabrik“ („La Sortie de l´Usine Lumière à Lyon“). Filme die schon 1895 von den Gebrüdern Lumière im Grand Café Paris gezeigt wurden. Damit war Köln der Ort in Deutschland in dem zum ersten Mal bewegte Bilder gezeigt wurden. Den Film brachte Schokoladenfabrikant Ludwig Stollwerck nach Köln. Der war damals Vertriebschef des Schokoladenimperiums aus der Severinstraße, das sogar Automaten in New York betrieb. Er war Gründer der Deutschen-Automaten-Gesellschaft Stollwerck & Co.. Weitsichtig erkannte er die Macht der bewegten Bilder und erwarb die Lizenz für den Cinématograph Lumière in Deutschland. Er kommerzialisierte die laufenden Bilder.

Die ersten Filme aus Köln ansehen

Der Direktor des Kölnischen Stadtmuseums Kramp erzählte, dass es wenige Tage zuvor bereits eine Aufführung in Köln gab. In der Fabrik der Stollwercks vor den Mitarbeitern. Und schon dort sorgte der Cinématograph Lumière für Furore. Der konnte nicht nur bewegte Bilder zeigen, sondern auch aufnehmen. Und so entstanden die ersten Köln-Filme: „Am Kölner Dom nach dem Hauptgottesdienst“, „Feierabend einer Kölner Fabrik“ oder „Ankunft eines Eisenbahnzuges auf dem Kölner Hauptbahnhof“. Zwei Monate lang liefen die Kölner Filme damals am Augustinerplatz 12. Jetzt sind sie, wie der  Cinématograph Lumière im Kölnischen Stadtmuseum zu sehen und bieten eine einzigartigen Einblick in das Leben der Kölnerinnen und Kölner im Jahr 1896. Köln ist damit die Filmstadt, noch vor Berlin.

Die Welt der Filmstars

Neben dem Cinématograph Lumière – einer Leihgabe aus dem Filmmuseum Potsdam gibt es alte Filmplakate, Kameratechnik, ein Klavier für Musiker, die Stummfilme begleiteten und Glamour-Fummel die man zur Premiere trug. Nur Popcorn gibt es nicht – ist ja auch ein Museum. Die Ausstellung spiegelt 120 Jahre Kino in Köln. Auch wenn heute Kinos auf den Ringen jahrelang leerstehen und zu Schmuddelecken für die Stadt wurden, Köln hatte eine große Filmzeit. In den 50er Jahren holte der Gastronom Blatzheim den damaligen Star Magda Schneider nach Köln. So ist auch Romy Schneider Teil der Ausstellung, wie Stars wie Asta Nielsen oder Henny Porten. Die „Sissi“- Filme liefen und es gibt fotografische Dokumente von den Vorführorten, die man damals Filmpalast oder Residenz nannte. Rauchwaren wurden gereicht, man saß in Ledersesseln. Und jede Kölnerin und Kölner hat private Erinnerungen an den Film. Sei es der Film „Spiel mir das Lied vom Tod“, der über vier Jahre ohne Unterbrechung lief, wie sich der Pressesprecher der Stadt Stefan Palm erinnerte.

Standardwerk zur Entwicklung des Kinos in Köln

Leuchtreklamen und Werbeschilder sind zu sehen. Dazu Teile früherer Einrichtungen sind zu sehen. Und es gibt ein Begleitbuch mit dem Titel „Kino in Köln“. Das Buch zeichnet die Geschichte des Kinos in Köln nach, vom Wanderkino bis zu den Filmpremieren der Jahre 1950 bis 1965. Die Expertinnen Marion Kranen und Irene Schoor sind die Autorinnen des Buches mit über 250 Abbildungen zur Kölner Kinogeschichte. Kramp nannte die ersten Vorführungen in Köln einen „Urknall“.

Grosses Kino
120 Jahre Kölner Kinogeschichte
Ausstellung des Kölnischen Stadtmuseums
in Kooperation mit Köln im Film e.V.
4. Juni bis 6. November 2016
Zu den Öffnungszeiten des Museums
Es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm

Das Buch
Kino in Köln
Marion Kranen und Irene Schoor
Herausgegeben von Köln im Film e.V.
Emons Verlag 2016
ISBN 978-3-95451-869-2
360 Seiten
€ 24,95

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