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EKD-Ratschef kritisiert Festsetzung der "Sea Watch 4"

Hannover | Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat die Festsetzung des zivilen Rettungsschiffes "Sea Watch 4" durch die italienische Regierung kritisiert. "Gemeinsam mit mehr als 600, zum Teil internationalen Bündnispartnern von United4Rescue, verurteilen wir diesen unverantwortlichen Akt der Willkür aufs Schärfste und fordern die italienischen Behörden auf: Lasst die Schiffe frei", sagte Bedford-Strohm am Montag. Wer Seenotrettung behindere, nehme "billigend in Kauf", dass Menschen ertrinken.

Ein Europa, das sich auf christliche Werte berufe, dürfe das nicht akzeptieren. "Die deutsche Ratspräsidentschaft rufen wir auf, ihr Amt zu nutzen, um die italienischen Behörden von dieser unverantwortlichen Schiffsblockierung abzubringen und endlich Druck ausüben, dass eine staatlich organisierte Seenotrettungsmission im Mittelmeer eingesetzt wird, die Menschen in Seenot sicher in Europa anlandet. Die jetzige Politik kostet Menschenleben", so der EKD-Ratsvorsitzende.

Das Rettungsschiff des Bündnisses "United4Rescue" wurde mit Spendengeldern ersteigert und war Mitte August zu ihrem ersten Einsatz ausgelaufen. Das Schiff wurde zuletzt "unter dem Vorwand der Schiffssicherheit" im Hafen von Palermo festgesetzt. Einer der Gründe für die Festsetzung sei gewesen, dass zu viele Rettungswesten an Bord seien, sagte Bedford-Strohm.

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