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EU-Beamte pendeln jede Woche nach Brüssel ins Homeoffice

Brüssel | Trotz des gegenwärtigen Lockdowns in weiten Teilen Europas fliegen immer noch jede Woche geschätzt Hunderte Mitarbeiter der EU-Institutionen durch Europa, um sich am Dienstort ins Homeoffice zu setzen. Das berichtet die "Welt am Sonntag". In Brüssel, wo die Mehrheit der EU-Beschäftigten arbeitet, sind Arbeitnehmer verpflichtet, wenn möglich nur im Homeoffice zu arbeiten.

Die Personalstatuten der EU-Institutionen schreiben allerdings vor, dass auch Homeoffice-Arbeit am Dienstort stattfinden muss. Wochenendpendler unter den EU-Bediensteten, deren Familien oder Partner nicht am Dienstort sondern in ihrem Herkunftsland leben, sind deshalb gezwungen, nach jedem Wochenende zurück nach Brüssel, Luxemburg oder einen anderen Dienstort zu pendeln. Dort arbeiten sie dann in ihren Wohnungen.

"Mobiles Arbeiten von außerhalb des Arbeitsortes ist prinzipiell verboten", bestätigt eine Sprecherin der EU-Kommission der "Welt am Sonntag". "Das gilt auch für den Herkunftsort." Entsprechende Regeln gelten auch für das Europäische Parlament und andere Institutionen.

Laut EU-Haushaltsplan arbeiten rund 47.000 Personen für die wichtigsten Organe der EU. Die überwiegende Mehrheit dieser EU-Bediensteten hat ihren Lebensmittelpunkt zwar am Dienstort, aus Personalkreisen des Europäischen Parlament heißt es aber, dass bis zu fünf Prozent der Mitarbeiter der EU-Organe am Wochenende nach Hause pendeln. Hochgerechnet rund 2.350 EU-Mitarbeiter sind demnach derzeit gezwungen, am Dienstort zu bleiben und ihre Partner oder Familien wochenlang nicht zu sehen oder am Wochenende trotz des damit verbundenen Infektionsrisikos nach Hause und wieder zurück an den Dienstort zu reisen. Aus dem Deutschen Bundestag kommt bereits Kritik an dieser Situation.

"Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, sollte die Regel, dass Vollzeit-Angestellte der EU für Homeoffice-Arbeit nach Brüssel pendeln müssen, schnellstmöglich gekippt werden", fordert Gerald Ullrich. Der FDP-Politiker ist Obmann im EU-Ausschuss des Bundestags. Das Generalsekretariat des Rates der Europäischen Union hat bereits reagiert und die entsprechende Regel befristet ausgesetzt: Die rund 3.100 Mitarbeiter des Organs, das die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten koordiniert, dürfen bis Ende Januar auch aus dem Ausland Homeoffice machen.

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