Wirtschaftsnachrichten Digitalisierung

Autohändler fürchten geplanten Onlinevertrieb der Hersteller

Berlin | Die großen Autohändlerverbände blicken mit Sorge auf die Pläne der Hersteller, ihre Fahrzeuge künftig direkt über das Internet an Privatkunden zu verkaufen. "Wir müssen uns der Diskussion stellen, wie sich Handel und Hersteller einigen können, sodass beide leben können und der Kunde glücklich ist", sagte Antje Woltermann, Geschäftsführerin des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), der "Welt am Sonntag". Vom sogenannten Agenturmodell halte sie nicht viel, bei dem die Autohäuser lediglich eine kleinere Provision für die Abwicklung von Dienstleistungen wie Probefahrten erhalten.

"Wenn der Hersteller dem Händler nur die Probefahrt vergütet, greift das zu kurz", so die ZDK-Geschäftsführerin weiter. Chancen und Risiken seien in diesem Modell "nicht gerecht verteilt. Nur mit einer kleinen Vergütung für Dienstleistungen kann der Handel nicht überleben".

Die Hersteller müssten auch die Infrastruktur mitfinanzieren, sagte Woltermann. "Wir sehen mit Sorge, wenn Hersteller versuchen, die Wertschöpfungskette an sich zu reißen", sagte auch Ansgar Klein, Vorstand des Bundesverbands freier Kfz-Händler (BVFK). Die Hersteller wollten "so viel des Kuchens wie möglich für sich behalten", so der BVFK-Vorstand weiter.

Wie viele andere Hersteller will auch Volkswagen einen eigenen Onlinevertrieb aufbauen und im April 2020 starten. "Wir bauen derzeit bei VW die E-Commerce-Fähigkeit auf", sagte Jürgen Stackmann, der im VW-Markenvorstand für den Vertrieb verantwortlich ist. Volkswagen erprobe "derzeit in einigen Märkten das sogenannte Agenturgeschäft, bei dem die Händler eine kleinere, aber feste Provision erhalten", so der Manager weiter.

Viele Händler würden sich diesen Agenturbetrieb sogar wünschen. "Der Kunde soll künftig immer, wenn er Kontakt mit Volkswagen aufnehmen will, jemanden vorfinden, der ihn sofort erkennt und ihm weiterhilft. Das ist bei uns heute leider noch nicht immer der Fall", sagte Stackmann der "Welt am Sonntag".

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