Berlin | Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Veröffentlichung der unterstellten Abgasmanipulation von rund 24.000 Audi-Dieselfahrzeugen vorher mit VW-Konzernchef und Audi-Aufsichtsratschef Matthias Müller abgestimmt. Wie „Bild am Sonntag“ berichtet, unterrichtete Dobrindt Müller bei zwei Treffen am vergangenen Donnerstag darüber, dass er der Staatsanwaltschaft den Vorgang übergeben und noch am Abend die Öffentlichkeit informieren werde, um den Vorgang öffentlich zu machen. Ein VW-Sprecher bestätigte dies gegenüber BamS, schreibt die Zeitung.

Zuvor hatten Äußerungen von Audi-Chef Rupert Stadler für Aufsehen gesorgt. Der Top-Manager hatte Dobrindt angegriffen, weil dieser angeblich ohne vorherige Absprache und im Alleingang den Sachverhalt publik gemacht und zudem falsch dargestellt habe. Nach Auffassung von Audi handelt es sich lediglich um einen Programmierfehler bei zwei Getriebearten.

Demnach habe es zwischen 2010 und 2013 für 40 Wochen ein Problem mit einem Zulieferer gegeben. In dieser Zeit sei es zu Bedatungsfehlern der Getriebesoftware gekommen. Wie BamS weiter berichtet, hat Dobrindt Audi eine Frist bis zum 12. Juni gesetzt, um Lösungen für eine verpflichtende Rückrufaktion vorzulegen.

Autor: dts