Köln | Es ist ein besonderer Moment für das Internationale Filmfestival von Locarno, dem kleinen, aber feinen Bruder der großen Drei (Berlin, Cannes, Venedig): Die 71. Ausgabe des Filmfestivals in in der Südschweizer Seestadt ist gleichsam auch die Abschiedsvorstellung des Italieners Carlo Chatrian als künstlerischem Leiter. Ab 2020 wird der Filmkritiker und Filmfestivalorganisator Chef der Berlinale von Berlin. 11 Tage lang werden rund 200 Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme aus aller Welt in Locarno gezeigt; die Piazza Grande hat man auch schon einmal als das schönste Freiluftkino de Welt bezeichnet.

Es ist aber auch ein besonderer Moment für die Kölner Filmproduzentin Bettina Brokemper. Der von ihr produzierte Film „Wintermärchen“ ist der einzige deutsche Film im Hauptwettbewerb zum den „Goldenen Leoparden“. Das als Anti-Terrorismus-Drama bezeichnete Film in der Regie von Jan Bonny, der von jungen Rechtsextremen erzählt, feiert am 10. August 2018 in Locarno Weltpremiere.

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Locarno 2018 bedeutet damit auch eine besondere Anerkennung für die Kölner Filmproduzentin, die in der Branche als „mutig“ bezeichnet wird. Die gebürtige Kölnerin gründete 2003 die in Köln-Mülheim ansässige Produktionsgesellschaft Heimatfilm, die seitdem über dreißig Filme produziert hat. Für die Filme „Hannah Arendt“ (2012) in der Regie von Margarethe von Trotha und „Wild“ (2016) wurde sie mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

Autor: Von Christoph Mohr
Foto: Stühle auf der Piazza Grande für das Filmfestival von Locarno

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